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Wirtschaft Aufgeweichte Fronten
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21:54 20.01.2016
Von Jens Heitmann
„Technik ist gestaltbar“: DGB-Chef Reiner Hoffmann (li.) im Gespräch mit HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Wenn die Vertreter von Gewerkschaften und der Wirtschaft Positionspapiere austauschen, wird es schnell grundsätzlich und der Tonfall rau. Als die Arbeitgeberverbände im vergangenen Jahr ihre Vorstellungen von der Digitalisierung der Produktionsprozesse und den Folgen für die Beschäftigten darlegten, dauerte es bis zum kühlen Konter des DGB-Vorstandes nicht lange: Das sei nur ein weiterer Versuch, neue Technologien „zur weiteren Liberalisierung des Arbeitsmarktes zu nutzen“, hieß es kurz und bündig. Mit anderen Worten: Schlimmer ginge es kaum.

Wenn der DGB-Chef hingegen von einem Industrie-Club wie dem hannoverschen eingeladen wird, um über die Zukunft der Arbeit eher zu plaudern als zu referieren, verwischen die scheinbar harten Fronten zuweilen schnell. „Die Technik wird von Menschen entwickelt - und ist deshalb gestaltbar“, sagte Reiner Hoffmann am Dienstagabend.

Trends wie Digitalisierung, Globalisierung und der demografische Wandel seien schließlich nicht neu. Überraschend komme für viele hingegen das Tempo der Veränderung. Das gelte für Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen. Die grundlegenden Interessen der Menschen jedoch blieben gleich: Ihnen sei die soziale Sicherheit, aber auch ein interessanter Arbeitsplatz wichtig. Letzteres mache Anstrengungen in puncto Qualifikationen nötig - eine Grundvoraussetzung dafür sei eine gute Bildungspolitik. Diese zu sichern liege im gemeinsamen Interesse von Gewerkschaften und Arbeitgebern.

Gleiches gelte im Kern auch für eine Besinnung auf die Tarifeinheit, sagte Hoffmann. Die Herausforderungen von „Industrie 4.0“ und dem „Internet der Dinge“ ließen sich leichter meistern, wenn man sich in den Betrieben auf unternehmerische Herausforderungen konzentriere - und die Gestaltung der Rahmenbedingungen für die neue Arbeitswelt den Profis überlassen könne. Nach Einschätzung Hoffmanns entwickelt dieser Gedanke auch für die Unternehmen wieder mehr Charme - erstmals seit Langem sei die Quote der tarifgebundenen Mitarbeiter im vergangenen Jahr leicht gestiegen.

Die Philosophin Hannah Arendt hat einmal die These vertreten, dass der Arbeitsgesellschaft wegen der Automatisierung eher früher als später die Arbeit ausgehe. Folglich würden die Gewerkschaften zu „Dinosauriern eines sterbendes Industriezeitalters“, folgerte der Soziologe Ralf Dahrendorf. Beim DGB und seinen acht Einzelgewerkschaften fühle man sich jedoch immer noch quicklebendig, sagte Hoffmann. Gerade den Deutschen stünde hier ein wenig mehr Optimismus gut an: Der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung liege hierzulande noch immer über 20 Prozent - bei dieser breiten Basis müsse niemandem bange werden.

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