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Nachrichten Wirtschaft Continental ruft Fahrrad-Riemen zurück
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00:47 31.05.2018
Riemenantrieb von Continental Quelle: ContiTech
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Hannover

Auch beim Fahrrad beschleunigt sich der Fortschritt: Elektromotoren, Scheibenbremsen und elektronische Schaltungen werden beliebter. Und anstelle einer Kette findet man immer öfter einen Riemen aus Kunststoff und Carbonfasern – denn der ist leichter, leiser und sauberer.

Doch nun gibt es einen Rückschlag für die neue Technik. Continental hat vor Kurzem seinen für Stadträder konzipierten Riemen vom Markt genommen, weil er reißen kann. Radhersteller sollen ihre damit ausgestatteten Modelle nicht mehr ausliefern. Vor einigen Tagen rief deshalb Ikea sein günstiges „Sladda“ zurück. Aber auch viele High-End-Hersteller hatten die Conti-Komponente eingesetzt.

Conti warnt auch die Besitzer der entsprechenden Räder. Sie sollen ab sofort nicht mehr fahren. Kurzfristig Ersatz liefern kann der hannoversche Konzern nicht – er empfiehlt daher „den Umbau auf Kette“.

Sechsstellige Stückzahl

Reißt plötzlich die Verbindung zwischen Tretkurbel und Hinterrad, kann das böse enden. „Mir ist der Riemen gerissen auf einem kurzen Steilstück. Böse Aktion, auf die Nase gelegt und Rippe angebrochen“, berichtet ein Radfahrer in einem Internet-Forum.

Wie oft die Conti-Riemen zu Stürzen geführt haben, ist unklar. „Es liegen uns Berichte einzelner Kunden vor, die einen Zusammenhang von Riemenrissen und Personenschäden vermuten lassen“, teilte der Konzern mit. Ausgeliefert habe man eine „sehr niedrige sechsstellige Stückzahl“.

Doch warum reißen die Riemen? Conti spricht von „vielfältigen“ Ursachen und erwähnt explizit „Handhabungsfehler oder Nichteinhaltung von Montage- und Rahmentoleranzen“. Die Probleme träten „von Hersteller zu Hersteller und Modell zu Modell mit unterschiedlicher Gewichtung und Häufigkeit auf“.

Die Schuldfrage

Übersetzt heißt das wohl: Einige Radhersteller haben nicht so solide gearbeitet wie nötig, deswegen sind die Riemen dort häufiger gerissen. Anders als Ketten vertragen Riemen es kaum, wenn sie schräg laufen. Die Fahrradrahmen müssen deshalb sehr präzise gebaut werden und dürfen sich unter Last kaum verwinden.

Conti ergänzt einen Punkt: „Unter den beobachteten Bedingungen“ verfügten die Riemen „nicht über die Leistungsreserven, die wir für notwendig erachten“. Dabei soll wohl anklingen, dass Conti sich bei der Entwicklung verschätzt hat – und nun zumindest einen Teil der Schuld auf die eigene Kappe nimmt.

Die Konkurrenz ist beliebter

Alles andere wäre auch unglaubwürdig. Denn in der Radszene haben die Riemen des US-Anbieters Gates einen besseren Ruf als die von Conti. „Nach dem Marktstart des Conti-Riemens haben viele Hersteller ihn übernommen, um im nächsten Modelljahr zurück auf Kette oder einen anderen Riemenhersteller wie Gates zu wechseln“, berichtet Gunnar Fehlau, Technikexperte vom „Pressedienst Fahrrad“.

Er lobt Conti aber dafür, nun konsequent reagiert zu haben. Und er rechnet fest damit, dass die neue Antriebstechnik den Rückschlag verkraftet. „Der Riemen wird nicht mehr verschwinden. Denn er ist am Alltagsrad einfach gut“, sagt er.

Conti als Fahrrad-Zulieferer

Continental wird meistens als „Autozulieferer“ bezeichnet, bietet aber auch zahlreiche Komponenten für Lkw, Züge – und für Fahrräder. Dazu gehören nicht nur Fahrradreifen, sondern auch Elektromotoren für E-Bikes sowie Antriebsriemen, die die Kette ersetzen. Die Riemen werden in Hannover entwickelt und in Dannenberg an der Elbe produziert. Der vor Kurzem erfolgte Rückruf betrifft den für Stadt- und Trekkingräder gedachten Riemen. Ein robusteres Modell für Lastenräder wird weiterhin angeboten.

Von Christian Wölbert

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