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Nachrichten Wirtschaft Tarifverhandlungen sind vorerst gescheitert
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00:21 08.09.2018
Keine Einigung: Die beiden Verhandlungsführer, Georg Müller (links) vom Bundesarbeitgeberverband Chemie, und Ralf Sikorski von der IG BCE, unterhalten sich vor dem bundesweiten Auftakt der Tarifrunde der Chemie- und Pharmabranche. Quelle: dpa
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Hannover

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die bundesweit 580.000 Beschäftigten der Chemieindustrie ist ohne Ergebnis geblieben. Nach fünfstündigen Gesprächen haben sich der Arbeitgeberverband BAVC und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) am Mittwoch in Hannover vertagt – die nächste Runde findet am 19. und 20. September in Wiesbaden statt.

Die Gewerkschaft fordert 6 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und will zudem eine Verdopplung des Urlaubsgeldes von heute rund 614 Euro sowie eine „zukunftsorientierte Weiterentwicklung bestehender Arbeitsbedingungen“ durchsetzen. Konkret läuft das darauf hinaus, das Mitarbeiter das höhere Urlaubsgeld in mehr Freizeit ummünzen können. Der Wunsch nach dieser Wahlmöglichkeit sei aus vielen Betrieben gekommen, hatte Verhandlungsführer Ralf Sikorski zuvor in der „Tarifzeitung“ der IG BCE erklärt.

Die Arbeitgeber sind insbesondere von dieser Forderung wenig begeistert. In Zeiten des Fachkräftemangels dürfe das Arbeitsvolumen insgesamt nicht sinken, hatte BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller im Vorfeld via „Handelsblatt“ verkündet. Mit anderen Worten: Wenn ein Mitarbeiter mehr Freizeit haben solle, müsse ein anderer entsprechend mehr arbeiten.

Nach der ersten Verhandlungsrunde klang das gestern nicht mehr ganz so harsch: „Wir streben eine Lösung an, die ein maßvolles Entgeltplus für die Beschäftigten mit Flexibilität und Planbarkeit für die Unternehmen verbindet“, sagte Müller. Man habe jedoch deutlich gemacht, „dass flexibles Arbeiten nicht bedeutet, insgesamt weniger zu arbeiten“. Ziel müsse es sein, unter dem Strich das notwendige Arbeitsvolumen sicherzustellen.

Der Wunsch nach mehr Freizeit wird auch in anderen Branchen größer. Zuvor hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften bereits in den Tarifrunden bei der Deutschen Bahn und in der Metall- und Elektroindustrie auf Modelle verständigt, die Beschäftigten mehr Wahloptionen einräumen. Bei der Bahn können die Mitarbeiter alternativ zur zweiten Stufe der Tariferhöhung von 2,6 Prozent ihre Wochenarbeitszeit um eine Stunde verkürzen oder sechs zusätzliche Urlaubstage nehmen. 56 Prozent der Beschäftigten wählten die Urlaubsoption, gut 41 Prozent das Geld, der Rest entschied sich für die Arbeitszeitverkürzung.

In der Chemieindustrie tun sich die Arbeitgeber auch mit der Forderung nach 6 Prozent mehr Lohn schwer. „Die IG BCE setzt weiter die rosarote Konjunkturbrille auf und bewegt sich keinen Millimeter von ihrer hohen Forderung herunter“, kritisierte Müller. Die Risiken für die Konjunktur seien in den vergangenen Wochen nicht kleiner geworden. Das könne die Gewerkschaft nicht einfach ignorieren.

Die Arbeitnehmervertreter nehmen die Lage der Branche anders wahr. „Die Beschäftigten spüren am eigenen Leib, wie sehr der Laden brummt“, sagte Sikorski mit Blick auf die hohe Auslastung in den Betrieben. „Wer die Folgen tragen muss, will auch an den Erfolgen teilhaben.“

Von Jens Heitmann

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