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Nachrichten Wirtschaft Neue Cebit lockt 120.000 Besucher an
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00:22 18.06.2018
Cebit-Besucher stehen vor einer Bühne auf dem Messegelände, auf der die Band «Mando Diao» auftritt. Quelle: dpa
Hannover

Trotz eines deutlichen Besucherrückgangs ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz für das neue Konzept der Cebit. „Wir wurden für unseren Mut und für unsere große Entschlossenheit belohnt“, sagte Messe-Vorstand Oliver Frese gestern zum Abschluss der IT-Schau. „Alle von uns gesteckten Ziele wurden erreicht.“ Von Montag bis Freitag wurden auf dem Gelände 120.000 Gäste gezählt – und damit ein Drittel weniger als im vergangenen Jahr.

„Erste Cebit der neuen Zeitrechnung“

An den vorigen Veranstaltungen wollen sich die Veranstalter aber nicht mehr messen lassen. „Das ist die erste Cebit der neuen Zeitrechnung“, sagte Frese. „Damit haben wir eine Basis gelegt, von der aus wir wachsen wollen.“ Nachdem die IT-Messe in den vergangenen Jahren bei Ausstellern und Besuchern an Zuspruch verloren hatte, wurde der Charakter verändert: Der Verkauf neuer Produkte und der Abschluss von Verträgen gelten weiterhin als wichtig – daneben sollen aber das Konferenzprogramm und der Festival-Charakter an Bedeutung gewinnen.

Mit einer Freifläche in der Größe von zehn Fußballfeldern bot die Cebit erstmals neben den traditionellen Hallen auch viel Platz für Konzerte, Veranstaltungen und Präsentationen, etwa einer stehenden Surf-Welle von Intel, Raum für Roboter und autonome Fahrzeuge oder dem Riesenrad des Software-Konzerns SAP. Der Branchenverband Bitkom wertete das neue Konzept als Erfolg. Kleine wie und große Mitgliedsunternehmen seien „durch die Bank sehr zufrieden“, sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Von Ausstellern aus dem Mittelstand war allerdings auch deutliche Kritik zu hören – die Zahl der Kundenkontakte sei unter den Erwartungen geblieben, hieß es an einzelnen Ständen.

Nach Angaben der Veranstalter waren 90 Prozent der Cebit-Gäste Fachbesucher, ein Drittel davon sei dem Top-Management zuzurechnen, sagte Messe-Vorstand Frese. Zugleich sei die Cebit „jünger und weiblicher“ geworden, das Durchschnittsalter sei auf 35 Jahre gesunken. Ein Viertel der Besucher kam der Umfrage zufolge aus dem Ausland. Die auf 15 Euro verbilligte Eintrittskarte für die abendlichen Veranstaltungen hätten bis zu 11.000 Gäste genutzt – auch sie werden von der Messe als Cebit-Besucher gezählt. Bei den sogenannten „Fireside“-Tickets habe man aber „noch Potenzial“, hieß es von Seiten der Veranstalter.

Insgesamt ist die Ausstellung besser gelaufen als von den Veranstaltern befürchtet. Als die Deutsche Messe AG AG im vergangenen Jahr mit der Umgestaltung der Veranstaltung begann, hatte man einen Absturz auf 2300 Aussteller und eine vermietete Fläche von etwa 90.000 Quadratmetern befürchtet – am Ende kamen den Angaben zufolge 2800 Aussteller, die 120.000 Quadratmeter belegten. Unter dem Strich habe sich die Cebit für den Veranstalter gerechnet, sagte Messe-Vorstand Frese.

Von Jens Heitmann

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