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Wirtschaft Bundesregierung einigt sich auf Grube als Bahn-Chef
Nachrichten Wirtschaft Bundesregierung einigt sich auf Grube als Bahn-Chef
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12:21 02.04.2009
Der Daimler-Manager und EADS-Verwaltungsratchef Rüdiger Grube soll Hartmut Mehdorn als Chef der Deutschen Bahn folgen. Quelle: afp

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) werde Grube dem Bahn-Aufsichtsrat zur Wahl vorschlagen.

Grube soll nach Angaben des Verkehrsministeriums wie der bisherige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn nicht nur an die Spitze des DB-Konzerns rücken, sondern zugleich auch die Verkehrstochter DB Mobility Logistics (DB ML) führen. Damit werde der einheitliche Konzern auch in der Leitungsstruktur fest verankert, erklärte das Verkehrsministerium. Die DB ML soll nach den Vorstellungen der Bahn teilprivatisiert werden.

Tiefensee habe Grube am Mittwoch getroffen und auch den Chef des Bahn-Aufsichtsrats, Werner Müller, über die Personalie informiert, erklärte das Ministerium. Auch habe der Minister mit den Gewerkschaften Gespräche geführt. Der Personalausschuss des Bahn-Aufsichtsrates sollte sich den Angaben zufolge noch am Donnerstag mit dem Personalvorschlag der Bundesregierung befassen.

Der 57-jährige Grube ist derzeit Strategie-Vorstand beim Autobauer Daimler und Verwaltungsratchef beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS. Sein Lebenslauf des weist einige Parallelen zu dem von Bahn-Chef Mehdorn auf. So kam auch der bisherige Mann an der Spitze des letzten großen deutschen Staatsunternehmens von EADS und war früher für die DASA tätig. Dort war Grube Assistent Mehdorns.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) lobte Grube als "glänzenden Manager". "Er steht nicht im Verdacht, die Bahn zu repolitisieren. Wichtig ist, dass sich beide Parteien auf eine klare Managerpersönlichkeit geeinigt haben", sagte Steinbrück HR-Info.

Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA erklärten, ihre Spitzengremien wollen sich ab Montag mit dem Personalvorschlag und dem Kurs der Bahn insgesamt beschäftigen.

Kritik hingegen übte die Lokführergewerkschaft GDL. Es sei zu befürchten, dass Grube als bisheriger Manager des Weltkonzerns Daimler "auch die DB als Weltkonzern lenken wird".

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, kritisierte, eine Ernennung Grubes als Bahn-Chef ermögliche keinen Neuanfang. "Nach zehn Jahren Mehdorn gibt es keinen Bedarf für einen weiteren Möchtegern-Überflieger aus der Luftfahrt."

afp