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Wirtschaft Bundesnetzagentur zieht Hunderttausende verbotene Elektrogeräte aus dem Verkehr
Nachrichten Wirtschaft Bundesnetzagentur zieht Hunderttausende verbotene Elektrogeräte aus dem Verkehr
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10:27 24.08.2018
Ein Akkuladegerät für AA-Batterien hat am Donnerstag einen 26-Jährigen in Hamburg getötet. Die Bundesnetzagentur versucht, Ramsch-Produkte vom Markt zu nehmen. Quelle: dpa/imageBROKER
Bonn

Immer wieder sind unsichere Elektrogeräte im Umlauf, die eigentlich gar nicht für den deutschen Markt zugelassen sind. Ob so ein Ramsch-Gerät auch für den Tod eines 26-Jährigen in Hamburg verantwortlich war, ist noch unklar. Er war am Donnerstag gestorben, nachdem ein Ladegerät für AA-Batterien explodiert ist.

Die Bundesnetzagentur versucht Jahr für Jahr alle Ramsch-Geräte vom Markt zu nehmen. 2017 hat die Behörde insgesamt 460.000 unsichere Produkte eingezogen. Das ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was an verbotenen Geräten insgesamt auf dem Markt ist. „Das ist natürlich ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Uwe Saalmann, der diesen Job schon viele Jahre macht. „Vor allem der Onlinehandel stellt uns vor massive Herausforderungen.“

90 Mitarbeiter stöbern Ramsch-Produkten nach

Billige Handyladegeräte, die überhitzen, oder deren Kontakte nicht ausreichend isoliert sind. Radiowecker, deren Signal den Flugfunk am Flughafen stört, oder Kopfhörer, mit denen sich der Polizeifunk abhören lässt. 90 Mitarbeiter der Behörde stöbern solchen Produkten nach, nehmen sie aus dem Verkehr und prüfen, wer sie in Umlauf gebracht hat. Sie machen Stichproben im Einzelhandel, laufen über Produktmessen, Trödelmärkte, besuchen kleine Handyläden.

Aber auch Produkte wie eine Puppe, mit deren Videoaugen sich das Kinderzimmer überwachen lässt oder Rauchmelder mit eingebauter Videoüberwachung sind in Deutschland verboten und werden von der Bundesnetzagentur aus dem Verkehr gezogen.

Riesiger Aufwand für die Bundesnetzagentur

Wie viele unerlaubte Geräte die Prüfer jedes Jahr erwischen, ist höchst unterschiedlich. 2016 waren es mehr als doppelt so viele Geräte wie im vergangenen Jahr. Mal wurde ein Container mit Tausenden verbotenen Importen mehr entdeckt, mal einer weniger. Und der Aufwand ist riesig.

Für jedes vom Markt genommene Gerät wird überprüft, wo es herkommt, wer es bestellt hat, wer der sogenannte Inverkehrbringer ist. „Wir gucken uns die gesamte Lieferkette an“, sagt Saalmann. Einzelne Funksteckdosen werden im Messlabor überprüft, viele von ihnen beginnen zu brennen. Doch allein der dafür nötige Schriftwechsel dauert Wochen – und die Billigteile werden millionenfach produziert und importiert.

Schon der Besitz solcher Produkte ist verboten

„Inverkehrbringer“ ist derjenige, der die Ware bestellt – entweder für sich selbst, oder zum Weiterverkauf. „Der Besitz solcher Produkte ist verboten“, sagt ein Sprecher der Bundesnetzagentur. Doch welche Konsequenzen drohen, ist immer unterschiedlich. „Da gehen wir mit Augenmaß vor“, sagt Saalmann. Häufig ist es für den Käufer schon teuer genug, wenn die Bundesnetzagentur die Billig-Smartwatch einzieht.

Augenmaß lassen die Marktwächter selbst bei großen Handelsketten walten, wenn sich in deren Regalen verbotene Ramsch-Produkte finden. „Von Mutwilligkeit kann dabei in der Regel keine Rede sein“, sagt Saalmann. Häufig handele es sich um Produkte, die für Sonderaktionen einmalig bestellt worden seien und bei denen in der Hektik nicht genau hingesehen werde. Dennoch: „Bei vielen Händlern wissen wir schon vorher, dass wir auf jeden Fall was finden werden“, sagt er. „Da sind wir schon alte Bekannte.“

Von dpa/RND/ang