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Nachrichten Wirtschaft Bram Schot wird vorübergehend neuer Audi-Chef
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16:30 19.06.2018
Bram Schot ist vorübergehend neuer Audi-Chef. Quelle: dpa
Hannover

Einen Tag nach seiner Festnahme hat Rupert Stadler seine Ämter als Audi-Chef und VW-Konzernvorstand aufgegeben – allerdings nur vorübergehend, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten. Geführt werde die Premium-Tochter ab sofort vom bisherigen Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot, hieß es weiter – jedoch nur kommissarisch. Dass die Aufsichtsräte in Wolfsburg und Ingolstadt für diese Entscheidungen so lange gebraucht hätten, liege an den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, verlautete aus Unternehmenskreisen: Beide hätten sich zunächst gegen die Beurlaubung Stadlers gesperrt.

Der neue Mann an der Audi-Spitze sitzt erst seit September vergangenen Jahres im Vorstand. Der 56-jährige Schot hat den größten Teil seiner Karriere bei Daimler verbracht, nach seinem Wechsel zu Volkswagen war er von 2012 an fünf Jahre Vertriebschef von VW Nutzfahrzeuge in Hannover – die gleiche Aufgabe übernahm der Niederländer im Anschluss bei Audi. In der Abgas-Affäre gilt er als unbelastet, als Dauerlösung bei Audi sehen ihn intern wie extern aber nur wenige.

Arbeitnehmervertreter begrüßten die Beurlaubung Stadlers. „Unsere Belegschaft und unser Markenimage dürfen nicht weiter unter der belastenden Situation leiden“, sagte Audi-Betriebsratsvorsitzender Peter Mosch, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef der VW-Tochter ist. Für die Mitarbeiter sei jetzt wichtig, dass Schot Audi „wieder in ruhigeres Fahrwasser bringt, die Aufklärung vorantreibt, diese konsequent zum Abschluss bringt und vor allem auch das Tagesgeschäft weiter im Auge behält“.

Audi steht im Verdacht, in den USA und Europa rund 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft zu haben. Seit Ende 2015 mussten bereits sechs Vorstandsmitglieder ihren Hut nehmen. Auch Stadler, der die Marke seit 2007 führte, war zuletzt immer stärker unter Druck geraten –auch im VW-Aufsichtsrat.

Schon in den Tagen vor der Sitzung am Montagabend sollen sich Arbeitnehmervertreter und andere Mitglieder des Gremiums für eine Ablösung des langjährigen Audi-Chefs ausgesprochen haben. Seit die Staatsanwaltschaft München den Manager in der Diesel-Affäre als Beschuldigten führt, sei „der Geduldsfaden stark angespannt gewesen“, sagte ein Aufsichtsrat. Für die Vertreter der Familien Porsche und Piëch jedoch, die rund 52 Prozent der Stimmrechte kontrollieren, war eine Abberufung Stadlers bis zu dessen Festnahme kein Thema.

Die Staatsanwaltschaft München wirft dem Manager im Zusammenhang mit den Abgas-Manipulationen Betrug und geplante Beeinflussung von Zeugen oder Mitbeschuldigten vor. Offenbar wurden von den Ermittlern Telefonate Stadlers vor und nach der Durchsuchung seines Wohnhauses in der vergangenen Woche abgehört. In der Untersuchungshaft zeigt sich Stadler anscheinend gesprächsbereit. Er werde in dieser Woche bei der Staatsanwaltschaft München II aussagen, bestätigte eine Sprecher der Behörde dem „Handelsblatt".

Von Jens Heitmann

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