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Wirtschaft Wie drei Generationen der Keksdynastie Bahlsen die Marke prägten
Nachrichten Wirtschaft Wie drei Generationen der Keksdynastie Bahlsen die Marke prägten
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00:38 27.04.2018
Hannover

 Drei Generationen der Familie Bahlsen haben den hannoverschen Kekshersteller in den vergangenen 129 Jahren geführt:

1. Generation 

1889: Hermann Bahlsen (1859-1919) übernimmt ein Fabrikgeschäft für Kekse in der Friesenstraße in Hannover. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann hatte er unter anderem in London gearbeitet und dort „Cakes“ kennengelernt, die er nun in seiner Heimatstadt Hannover vermarktet. Er beschäftigt anfangs zehn Mitarbeiter, die Zahl steigt schnell.

1891: Der Leibniz-Keks kommt auf den Markt. 

1892: Umzug in einen Neubau an der Celler Straße (heutige Podbielskistraße), die Keimzelle des heutigen Stammhauses. 

1898: Als zweite Leuchtreklame in Deutschland erscheint in Berlin die Leuchtreklame für den Leibniz-Cakes. 

 1904: Die TET-Packung schützt die Kekse vor Feuchtigkeit.

 1905: Bahlsen setzt als erste europäische Firma ein Fließband in der Produktion ein.

1911: Hermann Bahlsen deutscht das englische Wort „Cakes“ in „Keks“ ein.  

1914: Bei Kriegsausbruch sind 1700 Mitarbeiter beschäftigt. 

2. Generation

1919: Am 6. November stirbt Hermann Bahlsen. In den folgenden Jahrzehnten treten drei seiner vier Söhne die Nachfolge an: Hans BahlsenWerner Bahlsen und Klaus Bahlsen. Nach Inflation und Weltwirtschaftskrise modernisiert die zweite Bahlsen-Generation die Firma mit einer jungen Führungsmannschaft.

1933: Bahlsen hat 1400 Mitarbeiter. Verkaufsschlager ist die „Express-Dose“ mit einem Pfund Kekse für 1 RM.

1939: Im Zweiten Weltkrieg werden Lebensmittel rationiert, Rohstoffe knapp und Arbeitskräfte zur Wehrmacht eingezogen. Auch Bahlsen beschäftigt Zwangsarbeiterinnen, insgesamt rund 200. 1999 zahlt das Unternehmen in den Entschädigungsfonds der deutschen Wirtschaft ein.

 1945: Mit Ende des Krieges sind 60 Prozent der Fabrik zerstört. 

 1952: Das Unternehmen beschäftigt über 2000 Mitarbeiter und beginnt mit dem Export in die USA.

3. Generation

 1959: Hans Bahlsen stirbt. In den folgenden Jahrzehnten führen Vertreter der dritten Generation das Unternehmen: Hermann Bahlsen jun. (Sohn von Hans Bahlsen) sowie Lorenz und Werner M. Bahlsen (Söhne von Werner Bahlsen). Sie gründen zahlreiche Tochtergesellschaften im Ausland und expandieren in neue Produktbereiche wie Kuchen und Chips.

 1980:  Die Bahlsen-Gruppe hat rund 11.000 Mitarbeiter. 

1987: Aus dem Werk 1 in Hannover, der alten Fabrik des Unternehmens, wird die Produktion aus Platzmangel ins Werk 3 nach Barsinghausen ausgelagert. 

 1992: Familienkrach lähmt das Unternehmen: Hermann Bahlsen jun. will, dass ein familienfremder Manager den Kekskonzern führt – und nicht seine Vettern Werner M. und Lorenz Bahlsen. Die beiden halten allerdings die Mehrheit am Unternehmen und bleiben hart. Erzürnt über die Blockade tritt der Beirat geschlossen zurück.

1996: Nach langen Verhandlungen scheidet der Familienstamm von Hermann Bahlsen jun. aus dem Konzern aus. 

 1999: Die drei verbliebenen Enkel teilen Bahlsen im Streit erneut auf: Werner M. Bahlsen übernimmt die „süße“ Traditionssparte mit einer Milliarde DM Umsatz, sieben Werken und 4100 Beschäftigten. Sein Bruder Lorenz erhält die „salzige“ Chips-Sparte mit 3800 Mitarbeitern. An den Ehemann ihrer 1998 verstorbenen Schwester Andrea, Gisbert v. Nordeck, gehen diverse Tochtergesellschaften sowie Immobilien.

2008: Bahlsen erwägt, sein größtes Werk Barsinghausen aufgrund hoher Produktionskosten zu schließen, entscheidet sich aber für eine Modernisierung. Dafür müssen die Arbeitnehmer Einbußen hinnehmen: Stellen werden gestrichen, Tariferhöhungen ausgesetzt.

2013: Keks-Klau hält Hannover in Atem: Unbekannte stehlen einen vergoldeten Leibniz-Keks von der Bahlsen-Fassade in der Podbielskistraße.

 2014: Bahlsen verpasst seiner Kernmarke „Bahlsen“ eine Frischzellenkur mit neuem Logo und neuen Produkten. Damit soll die Marke ihr betuliches Kaffekränzchen-Image loswerden. Der 1999 eingeführte Keksriegel Pick-up spricht bereits junge Käufer an und legt dynamisch zu.

Von Christian Wölbert

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