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Nachrichten Wirtschaft BHW-Mitarbeiter bis Mitte 2021 vor Entlassung geschützt
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18:21 26.10.2017
Von Albrecht Scheuermann
BHW-Zentrale in Hameln: Die Beschäftigten der Postbank-Tochter müssen in den kommenden Jahren keine Kündigungen befürchten. Foto: Postbank
Hannover

Nach monatelangen Auseinandersetzungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Unternehmensspitze gibt es eine Tarifeinigung bei der Postbank. Zu dem am Donnerstag präsentierten Verhandlungsergebnis gehört - neben einer mehrstufigen Lohnerhöhung - auch ein fast vierjähriger Kündigungsschutz für die rund 18.000 Beschäftigten der Postbank-Gruppe. Dies ist es wichtig, weil durch die Eingliederung des Instituts in den Deutsche-Bank-Konzern zahlreiche Arbeitsplätze verlorengehen dürften. Von der Einigung profitieren auch die rund 3000 Mitarbeiter der BHW-Gruppe in Hameln, die zur Postbank gehört.

Verdi hatte im Lauf des Tarifsstreits mehrfach zu Warnstreiks aufgerufen, wovon auch etliche Postbank-Filialen in der Region Hannover betroffen waren. Erst vor wenige Tagen hatte die Gewerkschaft mit einem unbefristeten Streik gedroht und den Postbank-Vorstand zum Einlenken aufgefordert.

Die nun erzielte Einigung sieht vor, dass die Gehälter in drei Schritten um insgesamt 4,9 Prozent steigen. Rückwirkend ab dem 1. April gibt es ein Plus von 1,7 Prozent. Weitere 0,9 Prozent folgen ab Januar 2018 und 2,3 Prozent ab Januar 2019. Die Gesamtlaufzeit beträgt 28 Monate. Hinzu kommt der Kündigungsschutz bis zur Jahresmitte 2021.

„Die hohe Streikbereitschaft der Beschäftigten, mit der sie für die Forderungen gekämpft haben, hat sich in den schwierigen Verhandlungen am Ende ausgezahlt“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. Damit sei es gelungen, „die Grundlage für eine sozialverträgliche Integration beider Banken zu schaffen, die auch gewerkschaftliche Unterstützung findet“.

Laut Postbank-Personalvorstand Philip Laucks ist das Geldinstitut mit dem Kompromiss „bis an die Grenzen des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen“. Der Tarifabschluss bringe jedoch „eine gute Balance zwischen wirtschaftlichen und sozialen Interessen“.

Der Kündigungsschutz gilt auch für rund 13.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft. Der Deutsche-Bank-Konzern unter der Führung von John Cryan hat beschlossen, diesen Geschäftsbereich mit der Postbank zusammenzulegen. Die Integration laufe nach Plan, teilte das Geldhaus mit. Vom zweiten Quartal 2018 an werden die beiden Einheiten unter einem rechtlichen Dach zusammengeführt. Zusammengelegt werden dabei auch die Deutsche Bank Bauspar AG und die wesentlich größere BHW Bausparkasse in Hameln.

Das durch die Fusion entstehende Institut wird als Deutsche Privat- und Firmenkundenbank eine gemeinsame Zentrale haben - die beiden Marken bleiben jedoch erhalten. Mit mehr als 20 Millionen Kunden entstehe damit der deutsche Marktführer im Privatkundengeschäft, hieß es. Die Zusammenlegung des Geschäfts ist Teil eines größeren Konzernumbaus. Damit will die Deutsche Bank ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern, die in den vergangenen Jahren nachgelassen hat.

Deutsche Bank: Weniger Erträge, mehr Gewinn

Der erhoffte Aufschwung bei der Deutschen Bank lässt auf sich warten. Im dritten Quartal musste das Geldhaus abermals einen Rückgang seines Geschäfts hinnehmen. Allerdings hat es dank Einsparungen mehr verdient. Unter dem Strich erzielte das Institut einen Gewinn von 649 Millionen Euro. Dies ist etwa doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die gesamten Einnahmen der Bank sanken um ein Zehntel auf knapp 6,8 Milliarden Euro. Die Traditionsmarke Sal. Oppenheim soll indes verschwinden. Die verbliebenen Kunden und Geschäfte der im Jahr 1789 gegründeten Kölner Privatbank würden bis zum kommenden Jahr auf andere Bereiche der Großbank übertragen, hieß es. Es sei „nie gelungen, die Marke Sal. Oppenheim wieder zu alter Stärke zurückzuführen, nachdem sie noch vor dem Kauf 2009 schweren Schaden erlitten hatte“, sagte Deutsche-Bank-Chef John Cryan.

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