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16:41 04.01.2019
Reifenwechsel bei Quick Reifendiscount in Hannover-Kirchrode. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Immer mehr Autofahrer sparen sich den Wechsel auf Winterreifen –inzwischen ist hierzulande fast jeder sechste private Pkw mit Ganzjahresreifen ausgerüstet. Nach Angaben des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie ist der Absatz von Winterreifen in den ersten neuen Monaten 2018 um rund 7 Prozent eingebrochen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe sich das Minus verfünffacht, heißt es. Bei Sommerreifen schrumpfte die Nachfrage um knapp 3 Prozent – während Ganzjahresreifen ein Plus von knapp 12 Prozent verzeichneten.

„Viele Autos sind überwiegend in der Stadt unterwegs, und da kommt ein guter Ganzjahresreifen mit normalem Winterwetter problemlos zurecht“, sagt Roger Eggers, Reifenexperte beim Tüv Nord. Dadurch sparen die Fahrer Geld: Zum einen kämen sie mit einem Satz Felgen aus, zum anderen entfielen die zwei Mal jährlich anfallenden Kosten für die Montage (jeweils 20 bis 40 Euro) sowie für die eventuelle Einlagerung (im Schnitt 62 Euro).

Nach Einschätzung des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) sparen Käufer von Ganzjahresreifen jedoch weniger als sie glauben: So sei die Laufleistung eines Satzes Allwetter-Pneus deutlich geringer als bei einem kombinierten Einsatz von Sommer- und Winterreifen, heißt es beim BRV. Beim Hersteller Continental sieht man das nicht so: „Die Laufleistung von Sommer- und Ganzjahresreifen ist vergleichbar“, sagt Andreas Schlenke, Abteilungsleiter in der Pkw-Reifenentwicklung Ersatzgeschäft weltweit: „Auch deshalb wird der Trend zu den Allroundern anhalten.“

Mit Blick auf die Sicherheit von Ganzjahresreifen äußern Experten jedoch Bedenken. Diese seien nur für Fahrer empfehlenswert, die keinen Skiurlaub planten, heißt es beim ADAC. „Die jeweiligen Spezialisten – also reine Sommer- beziehungsweise Winterreifen – sind bei extremen Wetterbedingungen immer die bessere Wahl“, erklärt ein Sprecher des Verbandes. Doch die Qualität der Ganzjahresreifen ist gestiegen: Während in früheren ADAC-Tests von Modellen für die untere Mittelklasse die Urteile nur von „knapp zufriedenstellend“ bis „mangelhaft“ reichten, wurden 2018 vier von neun Allroundern für Kleinwagen als „befriedigend“ eingestuft.

Laut einer ADAC-Umfrage kann sich mittlerweile knapp die Hälfte der Autofahrer vorstellen, auf Ganzjahresreifen umzusteigen. Besonders wechselwillig zeigten sich Besitzer von Kleinst- und Kleinwagen: Hier lag der Anteil sogar bei 58 beziehungsweise 55 Prozent. Solche Autos würden vergleichsweise wenig bewegt – und würden in der Regel nicht für Urlaubsreisen in Wintersportgebiete genutzt, heißt es.

Der Reifenhandel und die Kfz-Werkstätten haben die wachsende Beliebtheit von Ganzjahresreifen recht spät erkannt. Tatsächlich wurden laut BRV hierzulande schon 2011 rund 3 Millionen Allrounder verkauft, seither habe sich der Absatz mehr als verdoppelt. Auch Neuwagen würden bereits ab Werk zunehmend mit Ganzjahresreifen ausgerüstet: Der Anteil sei inzwischen fast zweistellig.

Dem Fachhandel und den Autowerkstätten entgeht dadurch nicht nur das Geschäft des Reifenwechsels und der Einlagerung: „Häufig wird bei den Terminen im Herbst auch gleich ein Lichttest gemacht“, heißt es beim Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe. Dabei würden fast bei jedem dritten Fahrzeug Mängel festgestellt – die dann kostenpflichtig behoben würden. Früher hätten die Werkstätten dem Fachhandel das Reifengeschäft oft freiwillig überlassen, heißt es bei der Kölner Beratungsgesellschaft BBE Automotive. Inzwischen herrsche harte Konkurrenz: Beide wollten den Kontakt zum Kunden nicht verlieren.

Von Jens Heitmann

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