Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Salzgitter AG will zwei Werke übernehmen
Nachrichten Wirtschaft Salzgitter AG will zwei Werke übernehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:13 16.07.2018
Die Salzgitter AG will Anlagen con ArcelorMittal kaufen. Quelle: dpa
Hannover

Der Stahlhersteller Salzgitter plant die Übernahme von Produktionsanlagen des Weltmarktführers ArcelorMittal. Der Vorstand habe beschlossen, für Produktionsanlagen im belgischen Lüttich und im luxemburgischen Düdelingen Kaufangebote abzugeben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Es gehe im Wesentlichen um zwei Kaltwalzlinien sowie Anlagen zur Verzinnung, Feuerverzinkung und elektrolytischen Verzinkung von Stahlband. Vor einem möglichen Kauf müssten aber noch die Bücher gesprüft werden, hieß es in Salzgitter.

ArcelorMittal hat im vergangenen Jahr für 1,8 Milliarden Euro den italienischen Konkurrenten Ilva übernommen – die EU-Wettbewerbskommission verlangt im Gegenzug den Verkauf einer Reihe von Geschäftstätigkeiten. Der Konzern hat daraufhin sechs größere Anlagen in die Auslage gestellt und wartet seither auf Gebote der Wettbewerber. Der Wert der Standorte Lüttich und Düdelingen wird in der Branche auf einen dreistelligen Millionenbetrag taxiert.

Für das Galvanisierungswerk in Düdelingen mit seinen 300 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt rund 100 Millionen Euro sollen nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen drei Bieter im Rennen sein – neben Salzgitter hätten auch der russische Stahlkonzern NLMK und der schwedische Konkurrenz SSAB Interesse angemeldet, hieß es. In Luxemburg ist der geplante Verkauf auf deutliche Kritik gestoßen: Wirtschaftsminister Etienne Schneider hatte im Frühjahr versucht, bei der EU-Kommission mit dem Argument zu intervenieren, dass der Standort eng mit zwei anderen ArcelorMittal-Werken kooperiere und sich das Trio nicht ohne schädliche Nebenwirkungen trennen lasse. Doch in Brüssel ließ man sich nicht erweichen.

Der Salzgitter-Vorstand hatte sich zuletzt offen für Akquisitionen gezeigt – allerdings eher mit Blick auf die Bereiche Technologie und Handel. Konzernchef Hans Jörg Fuhrmann strebt auf mittlere Sicht ein Gleichgewicht aus stahlnahen und stahlfernen Aktivitäten an; derzeit stammen noch etwa 60 Prozent des Umsatzes von knapp 9 Milliarden Euro aus dem Stahlbereich. Mit 238 Millionen Euro hatte der Konzern seinen Vorsteuergewinn 2017 vervierfacht. Für das laufende Jahr rechnet das Management trotz des Handelsstreits mit den USA mit einen moderaten Umsatzzuwachs und einem Gewinn vor Steuern zwischen 200 und 250 Millionen Euro.

Die Lage auf dem Stahlmarkt wird seit Jahren von Überkapazitäten geprägt. Wenn in Europa nach überflüssigen Anlagen gesucht wird, landen die Blicke schnell beim Stahlwerk Ilva in Tarent. Der Koloss im Süden Italiens gilt als größtes integriertes Stahlwerk des Kontinents – und schreibt tiefrote Zahlen. ArcelorMittal sieht den Erwerb dennoch als „einmalige Gelegenheit“, um den Wert seiner europäischen Aktivitäten „signifikant“ zu steigern. Der Marktführer hat sich verpflichtet, über sieben Jahre 2,4 Milliarden Euro in die Modernisierung der stark veralteten Anlagen zu investieren, um vor allem die Vorgaben an den Umweltschutz endlich zu erfüllen.

 

Von Jens Heitmann

Die EU-Kommission hat den Zimmervermittler Airbnb abgemahnt. Die Plattform muss künftig immer den Gesamtpreis inklusive aller Servicegebühren anzeigen.

16.07.2018

In den vergangenen zehn Jahren sind die Kosten für die medizinische Rehabilitation von Arbeitnehmern um 20 Prozent gestiegen. Die meisten Behandlungen werden wegen orthopädischer Erkrankungen durchgeführt.

16.07.2018

Da hat sich Donald Trump ein Eigentor geschossen: Seine roten Caps mit der Aufschrift „Make America Great Again“ könnten wegen der von ihm verhängten Strafzölle bald wesentlich teurer werden. Sie werden nämlich in China produziert.

16.07.2018