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00:58 08.03.2018
Air Berlin fliegt nicht mehr – bei der Online-Versteigerung im Januar waren Erinnerungsstücke sehr gefragt. Quelle: dpa
Hannover

 Das Engagement bei Air Berlin hat die Fluggesellschaft Etihad bereits viel Geld gekostet – jetzt könnte es für die Airline vom Arabischen Golf noch teurer werden: Insolvenzverwalter Lucas Flöther will den früheren Hauptaktionär auf Schadenersatz verklagen. Man werde auf jeden Fall Ansprüche gegen Etihad erheben, die Frage sei nur noch wie, sagte sein Sprecher am Montag bei einem Gläubigertreffen in Berlin. Es geht um Ansprüche in Milliardenhöhe.

Die Grundlage für die Forderungen ist ein Schreiben von Ende April 2017 an den Verwaltungsrat der einst zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. Darin bestätigte der damalige Etihad-Chef James Hogan, „unsere Absicht, weiterhin die nötige Unterstützung zu leisten, um sicherzustellen, dass Air Berlin seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann, wenn diese in der absehbaren Zukunft fällig werden.“ Diese Zusicherung sollte mindestens für einen Zeitraum von anderthalb Jahren gelten, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete.

Doch Air Berlin musste bereits weniger als vier Monate später Insolvenz anmelden, als Hogans Nachfolger sich nicht mehr an dessen Hilfszusagen gebunden fühlten. Nachdem sich die Zahlen von Air Berlin abermals verschlechtert hatten, teilte die neue Etihad-Führung dem damaligen Vorstandschef Thomas Winkelmann Mitte August 2017 mit, man könne „keine weitere Finanzierung leisten“. Am Tag darauf stellte Winkelmann den Insolvenzantrag. 

Formal hielt Etihad nur 29 Prozent an Air Berlin – die Fluggesellschaft aus dem Emirat Abu Dhabi war aber über viele Jahre der größte Geldgeber. Dass die Wirtschaftsprüfer von KPMG der chronisch defizitären deutschen  Airline noch einmal eine positive Fortführungsprognose gaben und den Jahresabschluss 2016 testierten, soll allein an der erneuten Hilfszusage Hogans gelegen haben.

Insolvenzverwalter Flöther ist der Meinung, dass diese Verpflichtung von Seiten Etihads bindend war. Man habe dazu mehrere Rechtsgutachten angefordert, sagte sein Sprecher. Deren Tenor sei eindeutig: Beim Schreiben Hogans handele es sich „um eine harte Patronatserklärung“. Sollten Gerichte diese Sicht teilen, könnten sich Gläubiger von Air Berlin an Etihad schadlos halten. Die Rede ist von Ansprüchen in mindestens dreistelliger Millionenhöhe – „wenn nicht sogar mehr“.

Der Weg zu einem Urteil ist jedoch steinig. Da sich ein Prozess aus der Insolvenzmasse nicht finanzieren lässt, muss der Insolvenzverwalter auf Prozessfinanzierer hoffen – diese gehen ins Risiko, um im Erfolgsfall an den Erlösen zu partizipieren. Man prüfe bereits mehrere Angebote, sagte sein Sprecher.  Als Gerichtsstand kommen neben Deutschland auch Abu Dhabi (Sitz vom Emirates) und London in Frage – Air Berlin war seit 2006 eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht.

Von Jens Heitmann

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