Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Abgas-Skandal: Größter Verlust in der VW-Geschichte
Nachrichten Wirtschaft Abgas-Skandal: Größter Verlust in der VW-Geschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 22.04.2016
Abgas-Skandal: Volkswagen muss den größten Verlust seiner Konzerngeschichte verkraften.

Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis unterm Strich mit minus 1,6 Milliarden Euro massiv in den roten Zahlen. Das teilte der Autokonzern am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. 2014 stand noch ein Gewinn von knapp 11 Milliarden Euro in den Büchern.

Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf Minus 4,1 Milliarden. Ohne die Kosten für die Abgas-Affäre wäre der operativ aber leicht gestiegen. Der Umsatz von Europas größtem Autobauer stieg um 5,4 Prozent auf gut 213 Milliarden Euro.

Für die Folgen des Diesel-Skandals muss der Konzern in seiner Bilanz für 2015 rund 16,2 Milliarden Euro zurückstellen. Damit steigt der Puffer für die bisher absehbaren Kosten der Diesel-Krise nach bereits erfolgten Rückstellungen im dritten Quartal noch einmal um fast 10 Milliarden Euro an.

Zuletzt hatte es im Jahr 1993 einen Jahresfehlbetrag gegeben, als sich VW ebenfalls in einer Krise befand: 1,94 Milliarden D-Mark, also umgerechnet rund eine Milliarde Euro. Weitere Verluste in den 1980er und 1970er Jahren waren weit geringer.

Im Jahr 2014 hatte der Konzern unter dem Strich rund 11 Milliarden Euro verdient.

dpa

VW-Konzern zahlt wegen Abgas-Skandals nur Mini-Dividende

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen lässt auch die Dividende erheblich einbrechen. Der Konzern will für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 für jede seiner stimmrechtslosen Vorzugsaktion nur noch 0,17 Euro ausschütten, wie Volkswagen am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Vor einem Jahr war für 2014 noch der Rekordwert von 4,86 Euro geflossen. Damit lieg der Rückgang bei mehr als 96 Prozent.  

Für die stimmberechtigten VW-Stammaktien sollen entsprechend 0,11 Euro fließen (zuvor: 4,80 Euro). Vorzugsaktionäre erhalten mehr Dividende - in der Regel 6 Cent -, weil sie kein Stimmrecht haben. 

Für das Land Niedersachsen heißt das beispielsweise, dass diesmal nur 6,5 Millionen Euro auf den zweitgrößten VW-Aktionär entfallen. Vor einem Jahr hatte das Land noch rund 285 Millionen Euro Dividende kassiert.

Die für Ende Juni anstehende Hauptversammlung muss dem Dividendenvorschlag vom Freitag noch zustimmen. Das gilt als sicher, weil die Familien Porsche und Piëch als Hauptaktionäre die Mehrheit hält.

dpa

Der Abgas-Skandal hat Volkswagen den größten Verlust in der Konzerngeschichte eingebrockt. Der Autobauer meldete am Freitag für das Jahr 2015 wegen milliardenschwerer Rückstellungen unter dem Strich ein Minus von 1,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurden die Boni der Vorstände um 30 Prozent auf Eis gelegt.

22.04.2016

Wird die Abgaskrise bei Volkswagen zu einer Branchenkrise für die ganze Autoindustrie? Gezielte Manipulationen sind zwar weiter nur im Fall VW ein Thema. Doch ein staatlich angeordneter Test endete nun auch für viele andere Hersteller zumindest unangenehm.

22.04.2016

Mitten im VW-Abgasskandal stehen weitere Rückrufe mehrerer Hersteller im Zusammenhang mit Abgaswerten an. Wie sollten sich betroffene Autofahrer verhalten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

22.04.2016