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Klonprodukte

Verbraucherschützer fordern Kennzeichnung von Fleisch und Milch

Bei der Berliner Verbraucherorganisation Foodwatch stand das Telefon am Montag nicht mehr still. Dass auch die EU die Produktion von Milch und Fleisch aus den Nachkommen von Klontieren regeln will, sorgt bei den Bürgern für Verunsicherung.
Verbraucherschützer fordern die Kennzeichnung von Klonfleisch.

Verbraucherschützer fordern die Kennzeichnung von Klonfleisch.

© ddp

Offiziell bedeutet das zwar eine Verbesserung, denn wegen einer Gesetzeslücke konnten diese Tierprodukte schon jetzt ohne Einschränkungen in der europäischen Gemeinschaft vertrieben werden. Verbraucherschützern geht die von Brüssel geplante Regelung jedoch nicht weit genug. Sie fordern eine spezielle Kennzeichnung von Klonfleisch und Klonmilch.

„Klonfleisch darf den Verbrauchern nicht untergejubelt werden“, erklärte der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer, Matthias Wolfschmidt. „Die Menschen haben das Recht, Fleisch oder Milch von geklonten Tieren abzulehnen, und zwar aus welchen Gründen auch immer. Daher gilt: Es muss eine klare Kennzeichnung geben.“ Auch Prof. Günter Klein, Direktor des Instituts für Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), fordert die Kennzeichnung von Klonprodukten. „Nur dann kann die Nachfrage den Markt bestimmen“, sagt er.

Wie skeptisch die Bürger dem Verzehr von Klonprodukten gegenüberstehen, zeigen nicht nur die Diskussionsforen im Internet, sondern auch ein im Herbst 2008 veröffentlichtes Eurobarometer zu dieser Frage. Danach halten 58 Prozent der Befragten das Klonen von Tieren zur Lebensmittelerzeugung in keinem Fall für vertretbar. 84 Prozent sind der Ansicht, dass noch nicht genügend Erfahrungswerte zu den langfristigen Folgen für Gesundheit und Sicherheit vorliegen, um die Risiken abschätzen zu können.

Auch TiHo-Experte Klein weist darauf hin, dass Klonfleisch und Klonmilch bislang noch Randerscheinungen sind. Das teure und aufwendige Verfahren zum Klonen der Elterntiere werde derzeit von den meisten Züchtern gescheut. Insofern beziehe sich auch die im Januar 2008 von der US-Lebensmittelbehörde FDA vorgelegte Studie auf Einzelbeispiele, betont Klein. Zu den möglichen Risiken einer massenhaften Produktion von Klonlebensmitteln gebe es dagegen noch keine Daten.

Unterm Strich bringen die Produkte von Klontieren dem Verbraucher laut Foodwatch-Pressesprecher Martin Rücker nach bisherigem Wissen weder Vornoch Nachteile. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Verzehr von Klonprodukten negative Folgen hat“, sagt er. „Dem Verbraucher bringt es aber auch nichts.“ TiHo-Wissenschaftler Klein hat ebenfalls Zweifel am Nutzen dieser Art der Lebensmittelproduktion. „Für die Welternährung bringt das nichts, weil solche Hochleistungstiere nur in einer hochtechnisierten Haltung in Industrieländern überlebensfähig sind“, sagt er. Und Foodwatch-Experte Wolfschmidt geht sogar noch weiter: „Mithilfe von Klonierungstechniken versuchen Zuchtunternehmen, Patentansprüche auf die gesamte Produktionskette tierischer Lebensmittel zu erhalten“, erklärt er. „Das ist nicht im Sinne der Allgemeinheit und muss von Regierungen und Parlamenten verhindert werden.“

[Nicola Zellmer]

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