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Golf von Mexiko

Sturmgefahr verzögert Verschließen des lecken Bohrlochs

Ein drohender Sturm verzögert die Bemühungen, das lecke Bohrloch im Golf von Mexiko endgültig zu verschließen. Der Ölkonzern BP stoppte Entlastungsbohrungen zur Sicherung seines Bohrlochs vorübergehend.
Der Ölkonzern BP stoppte Entlastungsbohrungen.

Der Ölkonzern BP stoppte Entlastungsbohrungen.

© dpa

Das sagte BP-Vize-Präsident Kent Wells am Mittwoch in Buras im US-Bundesstaat Louisiana. Vier der weltweit größten Ölkonzerne schlossen sich zusammen, um künftige Ölkatastrophen besser zu bekämpfen.

Das Wetter werde sehr genau beobachtet, sagte Wells. Notfalls müssten auch die Schiffe über der Stelle, wo die Entlastungsbohrungen stattfinden, in Sicherheit gebracht werden. Der britische Energiekonzern bemüht sich seit Wochen um eine Sicherung des Bohrlochs. Die BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko war im April nach einer Explosion gesunken und hatte die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst, da aus dem Bohrloch wochenlang ungehindert Öl ins Meer floss.

Wenn BP wegen des drohenden Sturms die gesamte Region evakuieren müsse, könne das den Zeitplan um „zehn bis 14 Tage“ zurückwerfen, sagte der für die Bekämpfung der Ölkatastrophe zuständige US-Admiral Thad Allen. Das US-Hurrikan-Zentrum warnte vor einem möglichen tropischen Wirbelsturm in den kommenden zwei Tagen. Demnach braut sich über den Bahamas ein Sturm zusammen, der sich zu einem Hurrikan auswachsen und zum Golf von Mexiko ziehen könnte. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt nach Einschätzung des Hurrikan-Zentrums vom Donnerstag bei 40 Prozent, entgegen 50 Prozent am Vortag.

Für den Fall eines Hurrikans in der Region des lecken Bohrlochs schützte BP das seit vergangener Woche mit einer Abdeckhaube provisorisch verschlossene Bohrloch am Mittwoch mit einer zusätzlichen Sicherung. Der sogenannte Sturmverpacker sei „eine weitere Barriere, damit nichts hinein- oder herausfließen kann“, sagte Wells.

Die Ölkatastrophe hatte in den USA eine Debatte um die Sicherheit von Tiefseebohrungen und die Verantwortung der Energiekonzerne ausgelöst. Vier der größten Ölkonzerne der Welt schlossen sich nun zusammen, um künftige Ölkatastrophen im Golf von Mexiko besser zu bekämpfen. Die Firmen Exxon Mobil, Chevron, ConocoPhillips und Royal Dutch Shell kündigten am Mittwoch an, sie würden zusammen eine Milliarde Dollar (780 Millionen Euro) bereitstellen, um ein System zum Auffangen von Öl aus lecken Bohrstellen zu schaffen.

Ziel der Initiative sei eine Technik, mit der nur kurze Zeit nach einem Austritt 100.000 Barrel Öl täglich in maximal 3000 Metern Meerestiefe aufgefangen werden könnten. Für das Vorhaben gründeten die Konzerne die Organisation Marine Well Containment Company. Einsatzbereit soll das System binnen 18 Monaten sein.

Ein US-Gericht stoppte am Mittwoch Tiefseebohrungen nach Öl und Gas vor der Nordküste von Alaska. Dem in Anchorage in Alaska gesprochenen Urteil zufolge hat die US-Regierung vor der Vergabe von Bohrerlaubnissen nicht die gesetzlichen Auflagen zur ausreichenden Erforschung der Tschuktschensee erfüllt. Die Umweltschutzorganisation Earthjustice begrüßte die Entscheidung.

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko habe die Gefahren von Tiefseebohrungen für die Umwelt und die Notwendigkeit gründlicher Erforschung der Gebiete verdeutlicht. Die Gruppe vertrat in dem Verfahren einen Zusammenschluss von Klägern aus Umweltschutzorganisationen und Eingeborenenverbänden.

afp


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