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Christchurch

Neuseeland nach Erdbeben von dutzenden Nachbeben erschüttert

Nach dem schwersten Erdbeben in Neuseeland seit fast 80 Jahren ist die Region um die Stadt Christchurch von dutzenden Nachbeben erschüttert worden. Die Behörden rechneten zudem mit weiteren starken Beben sowie mit zusätzlichen Schäden durch einen herannahenden Sturm und starken Regen.
© afp

Premierminister John Key zeigte sich bei einem Rundgang durch Christchurch erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung.

Das Beben der Stärke 7,0 hatte die Bewohner von Christchurch und Umgebung am frühen Sonnabendmorgen (Ortszeit) aus dem Schlaf gerissen. In den 24 Stunden danach ereigneten sich mehr als 30 Nachbeben mit Stärken von bis zu 5,7. Die Zivilschutzbehörde warnte, weitere Nachbeben mit Stärken bis zu 5,4 drohten die ohnehin beschädigten Gebäude zum Einsturz zu bringen.

Außerdem zog ein Sturm auf, der laut Wettervorhersagen am Sonntagabend (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern weitere Verwüstungen bringen könnte. Für Montag wurde starker Regen erwartet. Nördlich von Christchurch drohten die durch das Erdbeben geschwächten Dämme am Waimakiri-Fluss zu brechen. Die Behörden bereiteten die Anwohner auf mögliche Evakuierungen vor. In Christchurch untersuchten Experten die Gebäude, um zu klären, ob dort Evakuierungen nötig waren.

Das Beben vom frühen Sonnabendmorgen war auf der gesamten Südinsel Neuseelands zu spüren sowie im südlichen Teil der Nordinsel. In der 340.000-Einwohner-Stadt Christchurch wurden Gebäude zum Einsturz gebracht, Straßen aufgerissen und die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser teilweise unterbrochen. Teile der Stadt boten ein Bild der Verwüstung. Die Trümmer eingestürzter Häuser blockierten Straßen; parkende Autos waren von Trümmern zerquetscht. Die Straßen waren mit Glassplittern übersät.

Premierminister Key sagte bei einem Rundgang, es sei „ein Wunder, dass niemand getötet wurde“. „Teile der Stadt sehen aus, als ob sie in einen Wäschetrockner gesteckt und ordentlich durchgeschüttelt wurden.“ Die Schäden durch die Erschütterung beliefen sich nach ersten Schätzungen der Behörden auf bis zu zwei Milliarden neuseeländische Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro). Key kündigte Hilfe der Regierung für den Wiederaufbau an. Es war das schwerste Erdbeben in Neuseeland seit 1931, als in Hawke’s Bay 256 Menschen starben.

Hilfsangebote der US-Armee und der UNO lehnte die Regierung ab. Erdbeben dieser Stärke erforderten normalerweise sehr viel humanitäre Hilfe, sagte der Leiter der Zivilschutzbehörde, John Hamilton. Neuseeland benötige aber „glücklicherweise“ keine Unterstützung. Nach Krankenhausangaben erlitten zwei Männer schwere und mehrere weitere Menschen leichte Verletzungen. Ingenieure führten den glimpflichen Ausgang des Bebens auf die erdbebensichere Bauweise der Häuser zurück.

Mehr als 200 Menschen, deren Häuser zerstört wurden, wurden in Notunterkünften untergebracht, hunderte weitere kamen bei Freunden und Verwandten unter. Die Menschen in der Erdbebenregion organisierten sich nach dem Beben schnell. Während des Stromausfalls fanden sich Nachbarn zum Grillen zusammen, und auf dem Land bauten Bauern ein Netzwerk aus Generatoren auf, um die Milchversorgung zu gewährleisten. Menschen, die alles verloren hatten, wurden von anderen mit Lebensmitteln versorgt. Zivilschutzminister John Carter lobte die Bürger: „Es ist ein großartiges Zeugnis für unser Land, dass die Kiwis (Neuseeländer) sich im Katastrophenfall auf Freunde, Verwandte, Nachbarn und manchmal sogar Fremde verlassen können.“

afp


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