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Fehlgeburt

Frau verlangt eine Million Euro von Costa-Reederei

Weil sie eine Fehlgeburt nach dem Unglück der „Costa-Concordia“ erlitt, verlangt eine Italienerin eine Million Euro Schadensersatz von der Reederei. Derweil bereitet die Bergungsfirma das Abpumpen des Öls vom Wrack vor.
Foto: Eine Italienerin verlangt von der Costa-Reederei eine Million Euro Schadensersatz.

Eine Italienerin verlangt von der Costa-Reederei eine Million Euro Schadensersatz.

© dpa

Giglio/Rom. Eine Italienerin verlangt wegen einer Fehlgeburt nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ hohen Schadenersatz von der Reederei. Die 30-Jährige wolle eine Million Euro einklagen, berichteten italienische Medien. Unterdessen setzten Bergungsfachleute am Sonntag ihre Vorbereitungen auf das Abpumpen des gefährlichen Schweröls aus dem Schiff nach einwöchiger Unterbrechung wegen schlechten Wetters fort.

Ein Pontonschiff der niederländischen Bergungsfirma Smit fuhr am Sonntag für die Arbeiten an das Wrack der „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio heran, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Aufgabe besteht darin, zunächst in sechs Tanks des Kreuzfahrtschiffes jeweils zwei Löcher zu bohren. In diesen Tanks befindet sich mehr als die Hälfte der gesamten 2300 Tonnen Treibstoff, ganz überwiegend Schweröl, hatte Smit erläutert.

Für die Vorbereitungen werde etwa ein Tag benötigt, ein weiterer, um den Abpumpvorgang auf den Weg zu bringen, heißt es. Das Schweröl muss erhitzt und dann durch eine Austrittsöffnung abgeleitet werden. Gleichzeitig wird durch die zweite Öffnung Wasser in den jeweiligen Tank gedrückt, um Gewicht und Druck auszugleichen. Die Bergungscrew hatte ihre Vorarbeiten schon nahezu beendet, als starker Wind und Wellengang sie vor einer Woche zwangen, diese zunächst einzustellen.

Die Passagierin mit der Fehlgeburt - eine gebürtige Mailänderin, die in Rom lebt - wolle sich einer Sammelklage gegen die Reederei Costa Crociere anschließen und über ihre Anwälte dann materiellen, biologischen und moralischen Schaden geltend machen, hieß es. Sie habe die Kreuzfahrt im Winter machen wollen, weil ihr Kind im Sommer zur Welt hätte kommen sollen. Die 30-Jährige beschrieb das Chaos und den Stress während der Evakuierung am 13. Januar. Nach der Rückkehr hätten Wehen eingesetzt, dann habe sie die Fehlgeburt gehabt.

Nach dem Unglück vom 13. Januar wurden bislang 17 Todesopfer geborgen. 15 Passagiere und Besatzungsmitglieder werden noch immer vermisst, darunter sechs Deutsche. Bei günstiger Wetterlage könnte auch die Suche im über Wasser liegenden Teil der gekenterten „Costa Concordia“ und im Mittelmeer rund um das Wrack fortgesetzt werden.

dpa/sag


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