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Schwere Schäden

Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert Neuseeland

Zerstörte Brücken, eingestürzte Häuser und aufgerissene Straßen – Neuseeland ist von einem der heftigsten Erdbeben seit Jahrzehnten erschüttert worden. Die Erdstöße erreichten am Sonnabendmorgen eine Stärke von 7,1. Das Epizentrum lag etwa 45 Kilometer westlich von Christchurch auf der Südinsel.
Schadensbesichtigung im Zentrum von Christchurch, der größten Stadt auf der Südinsel Neuseelands.

Schadensbesichtigung im Zentrum von Christchurch, der größten Stadt auf der Südinsel Neuseelands.

© dpa

In der Nacht darauf erschütterten Dutzende Nachbeben die Stadt – das schwerste davon erreichte die Stärke 5,1. Die Aufbauarbeiten dauern mindestens ein Jahr, schätzte Premierminister John Key.

s sei ein „absolutes Wunder“, das niemand getötet wurde, zitierte die Internetausgabe der Zeitung „New Zealand Herald“ den Premier am Sonntag. Zwei Männer erlitten schwere Verletzungen, als sie von herabfallenden Gebäudeteilen getroffen wurden. Ein Mann starb an einem Herzinfarkt, als die Erdstöße passierten. Allerdings konnten Ärzte nicht sagen, ob das Beben mit seinem Tod zu tun hatte.

Christchurch, mit knapp 400.000 Einwohnern die größte Stadt der Südinsel, rief den Notstand aus. Viele ausländische Touristen nutzen jedes Jahr den internationalen Flughafen von Christchurch und starten von hier aus in ihren Urlaub in Neuseeland. Der Premierminister zeigte sich erschüttert: „Teile der Stadt sehen aus, als ob sie in einen Wäschetrockner gesteckt und verdammt heftig durchgeschüttelt wurden. Bestimmte Teile der Stadt und des Zentrums sehen aus wie eine Geisterstadt.“

Der Politiker geht davon aus, dass es mindestens ein Jahr dauern wird, bis das Zentrum von Christchurch wieder aufgebaut ist. Auch in der umliegenden Provinz Canterbury habe es viele Schäden gegeben. Key schätzte den Gesamtschaden auf mehr als 2 Milliarden neuseeländische Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro). Das Kabinett werde am Montag darüber beraten, wie die Infrastruktur wieder aufgebaut werden soll.

Viele Einwohner verloren ihr Hab und Gut, so auch die Bochumerin Sabine Cook. „Es sieht in unserem Stadtteil aus wie nach einem Bombenanschlag“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Die Immobilienmaklerin wohnt seit 22 Jahren in Christchurch. Sie hat ihr Haus verloren: „Die Polizei hat uns noch einmal ins Haus gelassen, um schnell die nötigsten Sachen in Tüten und Koffer zu packen.“ Sie sei mit ihrem neuseeländischen Mann zunächst bei deutschen Freunden untergekommen. Die Erschütterungen am Sonnabendmorgen um 4.35 Uhr (18.35 MESZ) waren auf der ganzen Südinsel zu spüren.

Der Zivilschutz spricht von mehr als 500 beschädigten Geschäftsgebäuden in Christchurch, bis zu einem Fünftel der Häuser in der Stadt seien unbewohnbar. Bewohner Cam Cordon sagte der Internetausgabe des „New Zealand Herald“, wie er das Beben erlebte:

„Als ob eine Riese unser Haus hochgehoben und es dann geschüttelt, geschüttelt und geschüttelt hat.“ Tim O’Donnell, der nahe des Epizentrums in Darfield lebt, berichtete: „Es war so schlimm hier draußen, dass wir buchstäblich aus dem Bett gefallen sind.“

In Christchurch verbrachten Hunderte die Nacht in Notunterkünften. Yanni Tromp, die eine Unterkunft des Roten Kreuzes leitet, versorgte die Flüchtlinge. Viele könnten nicht zurück, weil ihr Haus zerstört oder mehrere Wochen lang repariert werden müsse. „Einigen wird jetzt erst klar, was passiert ist.“
Bei einem Flugzeugabsturz in Neuseeland sind alle neun Insassen ums Leben gekommen. Zu den Opfern unter den vier Touristen an Bord zählt eine junge Frau aus Reutlingen, wie das Auswärtige Amt in Berlin am Sonnabend bestätigte.

Nach Angaben der Polizei wollte die Gruppe am Fox-Gletscher Fallschirmspringen. Die Deutsche war 23 Jahre alt.

Die Maschine vom Typ Fletcher FU24 stürzte am Sonnabend (Ortszeit) bereits kurz nach dem Abheben am Ende der Startbahn des Fox-Gletscher-Flughafens ab und ging in Flammen auf. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten am Wochenende an. Neben der Frau aus Baden-Württemberg starben drei Touristen aus Irland, Großbritannien und Australien, vier Fallschirmsprunglehrer und der Pilot.

David Barber und Iris Auding


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