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Löcher im Asphalt

Autobahn 1 ist kurz nach Fertigstellung bereits ein Sanierungsfall

Kaum zweieinhalb Monate alt, bröselt schon der Asphalt auf Europas größter Baustelle: Die Autobahn 1 bei Bremen ist kurz nach Fertigstellung bereits wieder ein Sanierungsfall.

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Nur zweieinhalb Monate nach ihrer Freigabe ist die Autobahn 1 bei Bremen bereits wieder ein Sanierungsfall. Die erst kurz vor Weihnachten freigegebene Strecke ist mit Schlaglöchern übersät.

Nur zweieinhalb Monate nach ihrer Freigabe ist die Autobahn 1 bei Bremen bereits wieder ein Sanierungsfall. Die erst kurz vor Weihnachten freigegebene Strecke ist mit Schlaglöchern übersät.

© dpa

Kaum ist der Asphalt trocken, muss die Fahrbahndecke der Autobahn 1 bei Bremen schon wieder erneuert werden. Bis zu vier Zentimeter tiefe Schlaglöcher im Straßenbelag behindern auf zwei Abschnitten von Europas längster Baustelle zusätzlich den Verkehr. Die Strecke zwischen dem Bremer Kreuz und der Abfahrt Oyten im Kreis Verden war nach zweijähriger Bauzeit erst vor zweieinhalb Monaten wieder für den Verkehr freigegeben worden. Schon jetzt bröselt der Belag.

Dieselben rätselhaften Schäden gibt es auch bei Stuckenborstel im Kreis Rotenburg-Wümme. Die A 1 zwischen Hamburg und Bremen wird derzeit auf einer Strecke von 73 Kilometern auf sechs Spuren ausgebaut. Verantwortlich für Ausbau und Betrieb ist ein privates Konsortium. Beteiligt sind unter anderem das Bauunternehmen Johann Bunte aus Papenburg und der Baukonzern Bilfinger-Berger, der zuletzt in Zusammenhang mit dem missratenen U-Bahn-Bau in Köln in die Schlagzeilen geraten war.

Bei den Verantwortlichen herrscht Ratlosigkeit. Die beobachtete „Kornablösung an der Fahrbahnoberfläche“ sei „ungewöhnlich“, teilte das Konsortium mit. Das Phänomen sei bei der Verwendung des sogenannten Flüsterasphalts bisher nicht aufgetreten. Der lärmdämmende offenporige Asphalt kommt zum Beispiel auch auf der Autobahn 2 bei Hannover zum Einsatz. „Bisher hat es nirgends Probleme gegeben“, sagt Stefan Moeller, Leiter der ADAC-Verkehrsabteilung in Bremen. Die Technische Universität Darmstadt ist mit der Untersuchung beauftragt worden. Sie soll Mitte April vorliegen.

Bis auf Weiteres müssen sich die Autofahrer zwischen Bremen, Oyten und Stuckenborstel mit einer verengten Fahrbahn begnügen, obwohl der dreispurige Ausbau an der Stelle bereits abgeschlossen ist. Laut Heiko Gerken von der Landesstraßenbehörde in Verden müsste der Belag acht bis zehn Jahre halten. „Der muss mehr als einen Winter überstehen.“

Unklar sind noch die Mehrkosten. Bis die Ursache erforscht ist, werden die Schlaglöcher geflickt. Im Herbst soll die Decke dann vollständig erneuert werden, teilte das Konsortium mit. Das Land, das normalerweise für Betrieb und Erhalt der Autobahnen zuständig ist, sieht sich nicht in der Verantwortung: „Die trägt das Konsortium“, sagt ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Es kassiert zwischen Hamburg und Bremen die Einnahmen aus der Lkw-Maut. Dafür hat es die Kosten für Ausbau und Unterhalt übernommen. Etwa 70 000 Autos, ein Viertel davon Lkw, passieren täglich die sogenannte Hansalinie.

Karl Doeleke


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