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Volkswagen Das ist der neue E-Crafter von VWN
Nachrichten Volkswagen Das ist der neue E-Crafter von VWN
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00:18 31.08.2018
Rund 130 Kilometer schafft der E-Crafter laut VWN im Alltag mit einer Akkuladung. Quelle: VWN
Hamburg

Bei Preisen um 70.000 Euro denken Autofans an Sportwagen oder Nobellimousinen. Doch bald spielt auch ein Transporter in dieser Preisliga: im September beginnt Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) mit dem Verkauf des E-Crafter, seines ersten elektrisch angetriebenen Modells. Dieses leite eine „neue Nutzfahrzeug-Ära ein“, erklärte die hannoversche Marke am Dienstag bei der Vorstellung der Serienversion in Hamburg.

VWN rechnet zwar nicht mit hohen Stückzahlen, trotzdem ist der E-Crafter für die Marke wichtig. Abgas-Grenzwerte und Fahrverbote für Verbrenner in Städten zwingen sie, künftig mehr Elektro-Modelle anzubieten. Nach und nach soll jede Baureihe künftig um mindestens eine E-Variante erweitert werden. Mit dem E-Crafter sammelt die Marke Erfahrung in der Produktion. Außerdem sollen Rückmeldungen von Kunden in die Entwicklung weiterer Stromer einfließen.

Elektrischer Edel-Transporter

Mit einem Listenpreis von mindestens 69.500 Euro netto ist der E-Crafter alles andere als ein Schnäppchen. Allerdings baut VWN außer dem Elektro-Antrieb auch zahlreiche Komfortfunktionen serienmäßig ein, zum Beispiel Rückfahrkamera, Sitzheizung, Einparkhilfe und Navi. Die Batterie stammt aus dem E-Golf und sitzt im Unterboden, deshalb schluckt der E-Crafter so viel Ladung wie das normale Modell. Künftig will VWN auch einen „Soundgenerator“ installieren, damit Passanten ihn trotz seines lautlosen Antriebs gut hören.

Auch für das Stammwerk Hannover hat der E-Crafter Bedeutung. Hier findet zurzeit die Endmontage statt. Der Elektro-Antrieb und die Batterie werden hier in Karosserien aus dem Crafter-Werk in Września (Polen) eingebaut. Damit gewinne das Werk wertvolle Elektro-Expertise, sagte VWN-Produktmanager Mark Leonhardt. Die Fabrik in Hannover dient der Marke als weltweites „Leitwerk“ für die Elektromobilität. Früheren Angaben zufolge will VWN allerdings nur die ersten 1000 E-Crafter in Hannover bauen und die restlichen Exemplare in Września.

Aus Sicht von VWN ist der E-Crafter ideal für Paketdienste, Handwerker und Händler, die vor allem in Städten unterwegs sind. Sie legen laut einer VWN-Analyse pro Tag im Durchschnitt nur 70 Kilometer zurück. Der E-Crafter soll mit einer Batterieladung in der Praxis rund 120 bis 130 Kilometer weit kommen – also abends noch Reserven für eine ungeplante Extra-Tour haben.

17.000 Euro Aufpreis

VWN rechnet vorerst mit geringer Nachfrage. 2018 werde man voraussichtlich eine dreistellige Stückzahl verkaufen, 2019 voraussichtlich eine vierstellige. Zum Vergleich: Vom Crafter mit Dieselmotor laufen 2018 voraussichtlich über 50.000 Stück vom Band. Das hängt auch mit dem Preis zusammen. Im Vergleich zu einem ähnlich gut ausgestatteten Diesel-Crafter kostet der E-Crafter rund 17.000 Euro mehr. „Wir haben so gerechnet, dass es für uns wirtschaftlich ist“, sagte Leonhardt.

Doch die Vorteile des Elektronantriebs kann man aus Sicht von VWN in Geld gar nicht ausdrücken. „Da er keine Emissionen entwickelt, ist der E-Crafter mit allen weltweit erdenklichen Umweltzonen kompatibel“, betont der Hersteller. Fahrverbote seien einfach ein K.o.-Kriterium und würden künftig eher häufiger werden als abnehmen.

Mit dieser Einschätzung ist VWN nicht allein: Unter anderem Daimler und Renault wollen dem E-Crafter bald mit eigenen Modellen Konkurrenz machen. Schon länger auf dem Markt ist der Streetscooter der Deutschen Post. Dieser ist auch deutlich günstiger als der E-Crafter – aber auch kleiner und spartanischer ausgestattet.

Kommentar: E-Crafter – Spagat zwischen neuer und alter Welt

Von Christian Wölbert

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