Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Volkswagen VW verklagt fünf Ex-Manager auf Schadensersatz
Nachrichten Volkswagen VW verklagt fünf Ex-Manager auf Schadensersatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 29.01.2019
Ex-VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer: Volkswagen fordert im Diesel-Skandal Schadensersatz von dem Manager. Quelle: picture alliance / dpa
Wolfsburg/Braunschweig

Im Diesel-Skandal fordert Volkswagen Schadensersatz von fünf ehemaligen Managern, darunter der frühere Marken-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer. Das Unternehmen habe entsprechende Feststellungsklagen eingereicht, teilte das Arbeitsgericht in Braunschweig am Dienstag mit. VW erhebt Ansprüche unter anderem für den Rückkauf von Dieselautos in den USA, die Kosten des eingesetzten US-Aufsehers und laufende Verfahren in den Vereinigten Staaten. Im Gegenzug setzen sich die fünf Ex-Führungskräfte gegen ihre Kündigungen durch VW juristisch zur Wehr. Das Arbeitsgericht entscheidet in den nächsten Wochen über die Klagen.

Gericht verhandelt zunächst den Fall Oliver S.

Mit der Kündigungsschutzklage von Oliver S. befasst sich das Arbeitsgericht am Montag, 11. Februar, um 12 Uhr. Der in den USA verurteilte Ex-Manager verlangt von VW außerdem Bonuszahlungen für das Jahr 2017 in Höhe von 114.700 Euro und Schadensersatz in Höhe von rund 333.000 Euro für eine Geldstrafe, die er in den USA zahlen musste.

VW will sich Verteidigungskosten zurückholen

Zugleich verklagt VW den Manager auf Schadensersatz in Höhe von einer Million Euro. Dabei handelt es sich laut Gericht um einen Teil der Kosten für die Verteidigung von Oliver S. in Höhe von 3,9 Millionen Euro, die sich das Unternehmen nun zurückholen will. Der Manager wehrt sich dagegen und verlangt im Gegenzug, dass er nicht auf den restlichen Prozesskosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro sitzen bleiben muss. VW wiederum fordert von ihm weiteren Schadensersatz in nicht bezifferter Höhe, da ohne das Zutun von Oliver S. die Milliarden-Strafzahlungen in den USA nicht so hoch ausgefallen wären. Der Manager war im Dezember 2017 wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoßes gegen Umweltgesetze zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wegen des erwarteten Medieninteresses findet der Termin im Verwaltungsgericht Braunschweig statt, wo mehr Platz zur Verfügung steht.

VW fordert Geld von Ex-Vorstand Neußer

Einen Schadensersatz in nicht bezifferter Höhe fordert VW von seinem früheren Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer. Der Ex-Manager wehrt sich ebenfalls gegen seine Kündigung im Diesel-Skandal . VW hatte Neußer und weitere Führungskräfte wegen ihrer Verstrickung in die Abgas-Affäre Mitte August 2018 fristlos entlassen. Das Arbeitsgericht hat für die Verhandlung am Montag, 25. Februar, um 12 Uhr das persönliche Erscheinen von Neußer angeordnet. Auch dieser Termin findet aus Platzgründen am Verwaltungsgericht Braunschweig statt. Das Unternehmen und der ehemalige Markenvorstand hatten sich vor dem Arbeitsgericht bereits um einen Millionen-Bonus gestrittenund sich im Sommer 2017 auf einen Vergleich geeinigt.

Ex-Ingenieurin will an Arbeitsplatz zurückkehren

Über die Kündigungsschutzklage einer ehemaligen Ingenieurin, die unter anderem in der Software-Abteilung der Technischen Entwicklung beschäftigt war, entscheidet das Arbeitsgericht bei einem Termin am Montag, 18. Februar, um 12 Uhr. „Unser Ansinnen ist es, dass sie rehabilitiert wird, und sie freut sich darauf, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren“, hatte ihr Anwalt bei einer Güteverhandlung am Arbeitsgericht im September 2018 erklärt.

Auch der frühere Diesel-Entwicklungschef klagt gegen VW

Auch der frühere Dieselmotoren-Entwicklungschef bei VW wehrt sich gegen seine Entlassung – und VW verlangt wiederum Schadensersatz von dem Manager. Der Prozess am Arbeitsgericht ist am Montag, 11. März, um 12 Uhr. Volkswagen hatte den Diplom-Ingenieur im November 2015 von der Arbeit freigestellt und im vergangenen August wegen seiner Verstrickung in den Diesel-Skandal fristlos entlassen. Sein Rechtsanwalt kritisiert die Kündigung des 52-Jährigen als unbegründet. „Man hat schlicht und ergreifend den Falschen rausgeguckt“, sagte Anwalt Ulrich Weber bei einem Gütetermin am Arbeitsgericht im vergangenen Oktober.

Kläger ist seit 2014 von der Arbeit freigestellt

Mit dem Fall eines früheren Managers, der von Mai 2005 bis April 2007 als Leiter des Bereichs „Entwicklung Aggregate“ in der Technischen Entwicklung tätig war, befasst sich das Gericht am Montag, 25. März, um 12 Uhr. Der Kläger, der seit 2014 aufgrund einer Vorruhestandsvereinbarung von der Arbeit freigestellt ist, wehrt sich gegen seine Kündigung. Im Gegenzug fordert Volkswagen auch von ihm Schadensersatz für die milliardenschweren Kosten des Diesel-Skandals.

Von Florian Heintz

Die Beschäftigten fordern 18 Prozent mehr Lohn: Der Streik bei Audi in Ungarn hat jetzt auch Folgen für die deutschen Werke der VW-Tochter.

28.01.2019

Die Zahl der Klagen im VW-Abgasskandal hat so drastisch zugenommen, dass Landgerichte unter der Klageflut ächzen. Für die starke Zunahme an Klagen gibt es offenbar einen guten Grund.

28.01.2019

Die Audi-Mitarbeiter in Ungarn streiken für mehr Lohn. Die Gewerkschaft in Deutschland unterstützt den Arbeitskampf bei der VW-Tochter.

25.01.2019