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Volkswagen VW-Autos sind nach dem Softwareupdates sauberer
Nachrichten Volkswagen VW-Autos sind nach dem Softwareupdates sauberer
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20:40 24.01.2017
Von Lars Ruzic
„Umrüstung bringt einen Nutzen für die Umwelt“: VW-Fahrzeug im Testlabor des ADAC. Quelle: Uwe Rattay / ADAC
Hannover

Vom VW-Abgas-Skandal betroffene Kunden können offenbar hoffen, nach dem Besuch in der Werkstatt deutlich umweltfreundlichere Autos zurückzubekommen. Nach Tests des ADAC weisen die Fahrzeuge nach dem Software-Update nur minimal erhöhte Spritverbrauchswerte auf. Dafür sinkt der Ausstoß an gesundheitsschädlichen Stickoxiden im realen Fahrbetrieb teilweise um mehr als 50 Prozent. „Die VW-Umrüstung bei den untersuchten Diesel-Modellen bringt also einen Nutzen für die Umwelt, während Verbrauch und Motorleistung durch die Umrüstung kaum beeinträchtigt werden“, teilte der Automobilclub am Dienstag mit.

Volkswagen hatte weltweit elf Millionen Diesel-Motoren des Typs EA189 mit einer Manipulationssoftware ausgestattet, um die strengen US-Grenzwerte bei Stickoxiden wenigstens auf dem Prüfstand einhalten zu können. In Deutschland haben 2,4 Millionen Fahrzeuge eine solche Schummelsoftware.

Derzeit läuft die Rückrufwelle. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Fahrt in die Werkstatt für jeden Kunden zur Pflicht gemacht. Bei 1,2- und 2,0-Liter-Motoren genügt ein Software-Update. Die 1,6-Liter-Maschine bekommt zusätzlich ein kleines Bauteil, einen sogenannten Strömungsgleichrichter.

Tests zeigten, „dass das Update durch VW wirksam ist“, heißt es beim ADAC. Die Experten des Clubs weisen aber darauf hin, dass diese Aussagen nur für die konkreten Modelle möglich sind, die sie auf dem Prüfstand hatten. Der ADAC hat Motoren, für die noch die Grenzwerte der Euro-5-Norm gelten, nicht nur nach dem „Neuen Europäischen Fahrzyklus“ (NEFZ) - also dem bisher noch gültigen Labortest - geprüft. Er hat auch die realitätsnäheren Fahrzyklen WLTC („Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Cycle“) und „Autobahn 130“ angewandt. Die Ergebnisse der Motoren im Einzelnen:

1,2-Liter-TDI: Der getestete Polo lag schon vor dem Update beim Verbrauch um fast 10 Prozent über den VW-Angaben - dies ändert sich danach so gut wie nicht. Die Stickoxide bleiben nach NEFZ deutlich unter dem Grenzwert von 180 Milligramm je Kilometer. Der Ausstoß beim Realitätstest und auf der Autobahn sinkt um gut ein Viertel auf 274 und 655 Milligramm je Kilometer. Gleichzeitig bringt der Polo nach dem Update bei niedrigen Drehzahlen mehr Leistung auf die Straße.

1,6-Liter-TDI: Der Golf stößt nach dem Update deutlich weniger Stickoxide aus - nach WLTC und auf der Autobahn zwischen 50 und 60 Prozent. Die Werte liegen mit 236 beziehungsweise 468 Milligramm je Kilometer noch unter denen der 1,2-Liter-Maschine. Der für die Behörden relevante Ausstoß nach NEFZ liegt um ein Drittel unter dem Grenzwert. Die Verbräuche steigen je nach Testmethode um bis zu 3 Prozent. Allerdings lagen auch hier die ursprünglichen Kennzahlen schon vor dem Update um etwa 7 Prozent über den VW-Zahlen. Beim Fahrverhalten zeigen sich keine nennenswerten Veränderungen.

2,0-Liter-TDI: Den Bestseller unter den VW-Motoren haben die ADAC-Fachleute in einem Golf und mehreren Audi-Modellen geprüft. Hier lag die reale Stickoxidemission (WLTC-Test) um ein Viertel niedriger bei 308 Milligramm je Kilometer. Der Autobahn-Wert schrumpfte um mehr als ein Drittel auf 464 Milligramm je Kilometer. Der Golf müsse nun nicht einmal den Vergleich mit manchem aktuellen Euro-6-Fahrzeug scheuen, betonten die Tester. Auch beim 2,0-Liter-Motor stiegen die Verbrauchswerte nach dem Update nicht spürbar an. Sie lagen allerdings auch zuvor bis zu 15 Prozent über dem, was VW versprochen hatte.