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Volkswagen Explosion im Umspannwerk: Großübung der Feuerwehr im VW-Werk
Nachrichten Volkswagen Explosion im Umspannwerk: Großübung der Feuerwehr im VW-Werk
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16:07 22.10.2018
Feuerwehrübung im VW-Werk Wolfsburg: In dem Szenario brachten die Einsatzkräfte auch vermisste Personen sicher ins Freie. Quelle: Volkswagen
Wolfsburg

„Hilfe, ich bin hier oben, es brennt!“, ruft eine Stimme aus dem Fenster im zweiten Stockwerk. Von unten schallt es durchs Megafon: „Bleiben Sie am Fenster, weichen Sie nicht zurück! Sind Sie allein da oben?“ Es ist eine Szene aus einer groß angelegten Feuerwehrübung am Samstagmorgen im Wolfsburger VW-Werk. Die Besonderheit: Die Werkfeuerwehr übte den Ernstfall gemeinsam mit der Wolfsburger Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Vorsfelde. Auch die Fallersleber waren beteiligt.

Das Szenario hatte es in sich: Die Einsatzkräfte simulierten eine Explosion im Umspannwerk. Als Übungsort diente denn auch das leerstehende ehemalige Umspannwerk Ost an der Ecke Nordstraße/Straße 4. „Wir sind zu solchen gemeinsamen Übungen verpflichtet – und sie helfen allen Einsatzkräften“, sagte Niko Meinke-Marquardt, Leiter des Brandschutzes im Werk.

Einsatzleiter alarmierte Verstärkung

Zunächst war, wie es bei einem echten Unglück der Fall wäre, die Werkfeuerwehr am Umspannwerk. Das Gebäude war aber extrem verraucht, es gab mehrere vermisste Personen, mindestens eine eingestürzte Decke. Wegen der umfangreichen Schadenslage alarmierte die Einsatzleitung die Berufsfeuerwehr der Stadt Wolfsburg, die wiederum die Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde hinzuzog.

Steht die Einsatzleitstelle an der Dieselstraße dann nicht leer? Nein, erläutert Stadtbrandmeister Helmut von Hausen: „Wir haben die Ortsfeuerwehren aus Ehmen, Mörse und Heiligendorf alarmiert, die für die Dauer des Einsatzes die Leitstelle besetzen.“

Auch eine Drehleiter kam zum Einsatz

Das Szenario im Umspannwerk bot mehrere Herausforderungen. Unter Atemschutz mussten die Einsatzkräfte der drei verschiedenen Einheiten Personen aus dem Gebäude retten. Spontan bildeten sie Dreierteams: Zu zwei externen Feuerwehrleuten kam ein ortskundiger Fachmann aus dem Werk hinzu. Weitere Personen mussten sie per Drehleiter aus den oberen Etagen durchs Fenster retten. Zu allem Unglück wurde noch ein ohnmächtiger Atemschutzgeräteträger simuliert. Ihn, wie auch die vermissten Personen, brachten die Einsatzkräfte sicher ins Freie – alles unter den fachkundigen Augen mehrerer Beobachter.

Drei unterschiedliche Feuerwehren üben Hand in Hand: „Genau dies ist wichtig und richtig für eine funktionierende Zusammenarbeit im Ernstfall“, sagt Betriebsrat Matthias Disterheft. Und er betont: „Viele Kolleginnen und Kollegen engagieren sich ehrenamtlich in Freiwilligen Feuerwehren in Wolfsburg und Umgebung. Entsprechend hoch ist die Identifikation mit dem Brandschutz im Werk.“

Ausbildungslehrgänge werden nicht anerkannt

Einen Wunsch hat Disterheft über die Übung hinaus: „Es kann nicht sein, dass die Ausbildungslehrgänge der Freiwilligen Feuerwehr nicht bei der Werk- und Berufsfeuerwehr anerkannt werden, obwohl sie nach der gleichen Ausbildungsvorschrift gemacht werden, sogar allesamt an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und katastrophenschutz. Das muss sich ändern!“

Positives Fazit der Übung

Die gesamte Übung verfolgten auch Wolfgang Pick, Geschäftsführer der Service Factory, und ein Vertreter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Polizeidirektion Braunschweig.

Im Anschluss zogen die beteiligten Einheiten ein grundlegend positives Fazit. Niko Meinke-Marquardt: „An dem einen oder anderen Punkt haben wir Verbesserungsbedarf ausgemacht, aber genau dafür dienen diese Übungen ja.“

Von der Redaktion

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