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Nachrichten Volkswagen VW führt Drei-Tage-Woche in Wolfsburg ein
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20:04 26.06.2018
VW-Werk Wolfsburg: Das neue Abgastestverfahren führt zu Produktionsausfällen. Quelle: Volkswagen
Wolfsburg

Volkswagen wird die Produktion im Werk Wolfsburg wegen der neuen Abgastestverfahren nach den Werksferien wöchentlich ein bis zwei Tage stoppen. Von Ende Juli bis Ende September werden die Bänder im Stammwerk an insgesamt zwölf Tagen komplett ruhen. In der Fertigung des SUV-Modells Tiguan und des Familienvans Touran führt VW sogar eine Drei-Tage-Woche ein. Darauf haben sich Unternehmen und Betriebsrat nach einer wochenlangen Diskussion geeinigt.

VW-Chef Herbert Diess hatte bereits bei der Betriebsversammlung Anfang Juni angekündigt, dass es im Werk Wolfsburg zu Produktionsausfällen kommen wird. Die Umstellung auf den neuen Abgastestzyklus WLTP sei ein „Kraftakt“, so Diess.

VW verteilt Schließtage über mehrere Wochen

„In den zurückliegenden Wochen haben alle Beteiligten intensiv daran gearbeitet, die Auswirkungen der WLTP-Umstellung so gering wie möglich zu halten. Im Ergebnis werden wir die Auswirkungen mit Schließtagen abfedern, die wir im dritten Quartal über mehrere Wochen verteilen“, sagte VW-Personalleiter Martin Rosik am Dienstag.

Im Werk Wolfsburg wird die komplette Fahrzeugfertigung (Golf, Golf Sportsvan, Tiguan, Touran) nach WAZ-Informationen am 3., 6., 10., 13., 17., 20., 24. und 27. August sowie am 7., 10., 21. und 24. September ruhen. Zusätzlich stoppt VW die Fertigung von Tiguan und Touran am 31. August sowie am 3., 14., 17. und 28. September.

Zuletzt hatten Management und Betriebsrat um eine Regelung gerungen, inwieweit die Mitarbeiter die Folgen der Produktionsausfälle tragen müssen. Vereinbart wurde nun den Angaben eines VW-Sprechers zufolge, „dass die Schließtage in einem ausgewogenen Verhältnis sowohl über die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter als auch durch Zeitgutschriften des Unternehmens getragen werden“. Auch Personalleiter Rosik sprach von einer Lösung, „die Lasten fair zwischen Unternehmen und Belegschaft zu verteilen“.

Betriebsrat setzte sich für Regelung ein

Betriebsratschef Bernd Osterloh erklärte: „Wir haben immer gesagt: Wenn das Produktionsprogramm abgesenkt wird, darf das nicht allein auf den Schultern der betroffenen Kolleginnen und Kollegen abgeladen werden. Denn die können nichts dafür. Trotzdem werden wir im dritten Quartal über Arbeitszeitkonten atmen, damit das Unternehmen die Schließtage meistert.“ Dies sei laut Osterloh ein klares Signal der Belegschaft: „Die Kolleginnen und Kollegen halten auch in schwieriger Zeit zu Volkswagen.“

Die Regelung für die einzelnen VW-Standorte:

In der Produktion am Standort W
olfsburg wird es unmittelbar nach dem Werksurlaub Ende Juli bis Ende September (Kalenderwoche 39) je Woche einen Schließtag, teils auch zwei Schließtage geben. Die produktionsfreien Tage sollen jeweils auf einen Freitag oder Montag fallen.

Im Werk Zwickau sind für das dritte Quartal teils vereinzelte Schließtage angesetzt, teils entfallen auch nur einzelne Schichten.

Die Fahrweise der Komponentenwerke wird an die Anforderungen der jeweils zu beliefernden Fahrzeugwerke angepasst. Dazu laufen derzeit die Prüfungen. Teils sind Schichtabsagen möglich, teils Schließtage, ebenso normale Fahrweisen.

Im VW-Werk Emden wird es unabhängig vom neuen Abgastestverfahren im dritten und vierten Quartal Schließtage geben. „Grund hierfür ist nicht die Umstellung auf das Prüfverfahren WLTP, sondern eine schwierige Marktsituation im Mittelklasse-Segment“, so ein VW-Sprecher. Davon ist besonders der Passat aus Emden betroffen.

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