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Radsport

Alberto Contador vor Gesamtsieg der Tour de France

Zitterpartie mit glücklichem Ausgang für Alberto Contador, verpasste Wiedergutmachung für Tony Martin: Beim 52 Kilometer langen Zeitfahren am vorletzten Tag der Tour de France konnte ein nervöser Vorjahressieger Contador seinem Herausforderer Andy Schleck zwar nur 31 Sekunden abnehmen, steht aber dennoch vor seinem dritten Tour-Triumph.
Alberto Contador

Alberto Contador

© dpa

Mit 39 Sekunden Vorsprung geht der Spanier ins abschließende Schaulaufen nach Paris. Für Deutschlands Nachwuchshoffnung Martin sprang statt des angepeilten Etappensieges am Sonnabend auf dem Weg von Bordeaux nach Pauillac wieder nur Rang zwei heraus.

Wie beim Prolog vor drei Wochen in Rotterdam musste er sich Fabian Cancellara beugen - 17 Sekunden fehlten Martin zu seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France. Der Zeitfahr-Olympiasieger aus der Schweiz war im Kampf gegen die Uhr durch die Weinberge des Medoc in 1:00:56 Stunden nicht zu schlagen.

„Ich bin mit meinem Platz nicht zufrieden, aber mit meiner Fahrt. Die Strecke lag mir und ich wüsste nicht, an welcher Stelle ich hätte schneller sein können. Cancellara war super“, sagte Martin, der den Schweizer noch im Frühjahr bei zwei langen Zeitfahren bezwungen hatte. „Ich hatte keine Zwischenstände. Ich habe versucht, mein eigenes Rennen zu fahren“, sagte Cancellara, der sich nicht an dem 24 Minuten früher gestarteten Martin orientiert hatte.

Einen Schönheitsfehler hatte die Fahrt Contadors, der im Vorjahr das Tour-Zeitfahren am Lac d’Annecy gewonnen hatte: In Pauillac verpasste er die letzte realistische Chance auf einen Etappensieg in diesem Jahr. Zwischenzeitlich musste er sogar noch um die Gesamtführung bangen. Nach einem Blitzstart im ersten Streckendrittel hatte Schleck den Rückstand auf den Spanier zwischenzeitlich bis auf zwei Sekunden verkürzt. Den Kampf um den dritten Platz auf dem Podium in Paris entschied der Russe Denis Mentschow gegen Samuel Sanchez aus Spanien zu seinen Gunsten.

Beim letzten Tour-Zeitfahren seiner Karriere setzte Rekordsieger Lance Armstrong seine müde Abschiedstour fort und leistete sich 7:05 Minuten Rückstand auf Cancellara. Das brachte dem siebenfachen Toursieger, der in seiner Hochzeit elf Tour-Einzelzeitfahren und Prologe gewonnen hatte, nur Rang 67 ein.

Martin, bei seinem Tour-Debüt im Vorjahr noch zwölf Tage im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers unterwegs, hatte seine Ambitionen auf eine gute Gesamt-Platzierung bereits auf der ersten Alpenetappe in Station des Rousses begraben. Dort hatte der Eschborner, der am Samstag bei der ersten Zwischenzeit noch neun Sekunden schneller als Cancellara war, 19:14 Minuten auf den Tagessieger kassiert.

„Danach habe ich mich nur noch auf meine Arbeit für Mark Cavendish und Michael Rogers sowie das abschließende Zeitfahren konzentriert“, unterstrich Martin am Samstag noch einmal. In Pauillac konnte sich der deutsche Zeitfahrmeister nur 25 Minuten über seine Bestzeit freuen, dann war Cancellara im Ziel und Martins Niederlage besiegelt. Sein Columbia-Teamkollege, Ex-Zeitfahrweltmeister Bert Grabsch (+1:48 Minuten), fuhr auf den dritten Platz des Tagesklassements.

dpa


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