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Leichtathletik-EM in Barcelona

20 Kilometer Gehen: Emeljanow holt ersten Titel

Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona: Der erst 19 Jahre alte Russe Stanislaw Emeljanow hat den Titel beim 20 Kilometer Gehen mit einer Zeit von 1:20,10 Stunden gewonnen.
Der erst 19 Jahre alte Russe Stanislaw Emeljanow (r.) überholt beim 20 Kilometer Gehen den einzigen deutschen Starter Maik Berger.

Der erst 19 Jahre alte Russe Stanislaw Emeljanow (r.) überholt beim 20 Kilometer Gehen den einzigen deutschen Starter Maik Berger.

© dpa

Das neue Wunderkind der russischen Leichtathletik bekam schon einen Meter hinter der Ziellinie die weiß-blau-rote Landesfahne umgehängt. Der erst 19 Jahre alte Stanislaw Emeljanow gewann am Dienstagmorgen beim 20 Kilometer Gehen die erste Goldmedaille der Leichtathletik-EM in Barcelona, und für ihn war es dazu noch der erste große Titel bei seiner ersten großen Meisterschaft. „Ich bin sehr happy“, sagte Emeljanow.

Für die 20 Umrundungen des ein Kilometer langen Stadtkurses benötigte er 1:20:10 Stunden. Zweiter wurde der favorisierte Alex Schwazer aus Italien (1:20:38) vor Joao Vieira (Portugal/1:20:49). Der einzige Deutsche Maik Berger (Berlin) belegte Platz 16 (1:25:01).

Bislang war Emeljanow nur im Juniorenbereich allen davongeeilt. Als 10.000-Meter-Weltmeister der Altersklassen U18 und U20 galt er dort als nahezu unschlagbar. In Barcelona musste diese Erfahrung nun auch jemand wie der 50-Kilometer-Olympiasieger und Weltjahresbeste Schwazer machen. Gleich zu Beginn des Rennens setzten sich er und Emeljanow vom Rest des Feldes ab. Bereits nach sieben Kilometern konnte auch der Italiener dem Riesentalent nicht mehr folgen.

Emeljanow ging fortan ein einsames Rennen und wurde danach von den russischen Journalisten umringt. Die können sich in den kommenden Jahren auf ein spannendes Duell freuen: Weltmeister und Olympiasieger Waleri Borchin musste die EM kurzfristig wegen einer im Training erlittenen Fußverletzung absagen, ist aber auch erst 24 Jahre alt.

Dass Emeljanow auf dem Weg zum größten Erfolg seiner noch jungen Karriere auch Maik Berger überrundete, hatte durchaus symbolischen Wert. Denn beide kommen aus völlig unterschiedlichen Geher-Welten. Berger fand es mit 31 Jahren „ergreifend“, überhaupt einmal bei einer EM dabei gewesen zu sein. „Für mein fortgeschrittenes Alter und die erste große Meisterschaft war das ein schönes Ergebnis“, meinte er.

Berger hatte in den vergangenen Jahren entweder Verletzungspech oder die Normen verfehlt, wenn es zu den Großereignissen ging. „Letztes Jahr wollte ich schon aufhören, weil ich ausgerechnet die WM in meiner Heimat Berlin verpasst hatte“, erzählte er. Jetzt will der Routinier noch bis zu den Olympischen Spielen 2012 weitermachen: „Das ist das große Ziel. Und wenn ich dann 33 bin - das ist mir egal.“

Als Sportstudent und ohne große finanzielle Unterstützung hat er nur deutlich schlechtere Voraussetzungen als Emeljanow, um sich darauf vorzubereiten. „Mit ihm habe ich nicht gerechnet“, gestand Berger. „Aber die Russen haben eine sehr harte und gut organisierte Geher-Schule.“ Ihr Auswahl-Verfahren sei so hart wie das Training.

dpa


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