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Präzisionsarbeit auf dem Eis

Disziplinen in Sotschi: Curling Präzisionsarbeit auf dem Eis

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John Shuster aus den USA arbeitet präzise.

Quelle: rtr

„Legen Sie doch mal eine Bierdeckel in den Hof, gehen 43 Meter weit von ihm weg, und dann versuchen sie, einen Ball zu ihm zu rollen.“ So schwierig, wie Holger Höhne den Ball-Bierdeckel-Test beschreibt, ist Curling, die Sportart mit den Granitsteinen und Wischern, die eigentlich Besen sind.

Höhne war mit Deutschland 1997 und 2007 Vizeweltmeister und 1992 und 1997 Europameister. Seit 1987 schon rutscht er über das Eis. „Man braucht viel Erfahrung für diesen Sport“, sagt der Füssener über die Sportart, die ähnlich wie Boccia, nur auf dem Eis funktioniert. Ziel ist es, die 20 Kilo schweren runden Granitsteine besser in der rund 43 Meter entfernten Endzone zu positionieren, als der Gegner. „Da braucht man viel Gefühl fürs Eis“, sagt Höhne.

Derjenige, der den runden Stein anschiebt, rutscht mit ihm zunächst über das Eis, bevor er ihn loslässt und ihm dabei einen Dreh mitgibt. Dabei helfen die besonderen Schuhe. „Ein Schuh ist mit Teflon beschichtet, also besonders glatt. Mit dem rutscht man“, sagt der Ex-Profi. Der andere hat eine Gummi-Sohle zum bremsen.“

Und die Wischerei, wegen der die Curlingspieler oft von anderen belächelt werden („in den Anfangsjahren vor allem von den Eishockeyspielern, auf deren Eis wir trainierten“, sagt Höhne)? „Durch das wischen mit dem Besen entsteht ein Wasserfilm, der die Reibung reduziert“, erklärt Höhne. „Dadurch gleitet der Stein besser.“ So könne man den Bremsweg um drei bis vier Metern beeinflussen. Die beiden Mitspieler mit den Besen und einer in der Endzone geben entsprechende Wischtipps, die sie laut rufen.

Wer mal ein echter Profi werden will, der sollte schon mit 6 Jahren anfangen. „Da wird dann noch mit kleinen Steinen geübt“, sagt Höhne, der gerade als Nationaltrainer die Damen, die nicht mit in Sotschi dabei sind auf die WM vorbereitet. „Ich kann aber in 45 Minuten jeden so fit machen, dass er den Stein Eis zumindest einmal bis zum Ende der Bahn kriegt.“  „Aber wenn der Stein dann in der Endzone landet, ist es Zufall“, sagt Höhne.  

Von Manuel Becker  
 

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