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Axel Teichmann vor Lieblingsrennen unsicher

Hohe Temperaturen Axel Teichmann vor Lieblingsrennen unsicher

Axel Teichmanns olympische Wunschträume erfüllten sich erst in Vancouver mit zwei Medaillen. In Sotschi möchte er zum Abschied vom Leistungssport mit Leistung überzeugen. Was dabei herausspringt, ist nicht mehr vordergründig.

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Axel Teichmann machen vor seinem Rennen die hohen Temperaturen zu schaffen.

Quelle: dpa

Krasnaja Poljana . Axel Teichmann steht vor den Wachshütten des olympischen Langlaufstadions, blinzelt in die tiefstehende Sonne über der imposanten Kaukasus-Bergkulisse und macht sich seine Gedanken über Temperaturen und Schneeverhältnisse. Das 84-Kilogramm-Schwergewicht der Langläufer mag die sich anbahnenden Bedingungen für den 15-Kilometer-Klassiklauf am Freitag überhaupt nicht. Seine Chancen, auf seiner Lieblingsstrecke noch einmal ganz weit vorn zu landen, reduzieren sich mit jedem Grad mehr.

"Was soll's, ich kann es nicht ändern. Ich werde wieder mein Bestes geben und dann wird man sehen, was am Ende herausspringt", sagt der Bad Lobensteiner. Beim Skiathlon am vergangenen Sonntag hatte er zumindest beim klassischen Part einen gut funktionierenden Ski. Das gibt ihm ein wenig Zuversicht.

Olympia und Teichmann - das passte lange nicht zusammen. 2002 in Salt Lake City kam er auf die Plätze 14 und 30 über 15 Kilometer und in der Verfolgung. Zu wenig für den damaligen Bundestrainer Jochen Behle, um dem Thüringer einen Staffel-Platz einzuräumen. Die gewann ohne ihn Bronze. Vor Turin 2006 war Teichmann in der Form seines Lebens, ein Olympiasieg war nicht ausgeschlossen. Dann entzündete sich kurz vor den Spielen eine Haarwurzel im Oberschenkel so heftig, dass er operiert werden musste und Olympia ohne ihn stattfand. Schließlich kam Vancouver. Nach einem erneut schlechten Start holte er mit Tim Tscharnke Silber im Team-Sprint und als Krönung noch einmal Silber in einem denkwürdigen 50-Kilometer-Marathon. Teichmann hatte seinen Frieden mit Olympia geschlossen.

Der 34-Jährige gehört zur "Goldenen Generation" des deutschen Skilanglaufs, die nach dieser Saison in Rente geht. Und nicht nur das: Teichmann ist aus dem Kreis mit Tobias Angerer, Jens Filbrich und Rene Sommerfeldt der Erfolgreichste. Unvergessen bleibt sein Weltmeistertitel über 15 Kilometer in Val di Fiemme 2003 - das erste Einzelgold für Deutschland nach 29 Jahren Wartezeit. Zwei Jahre später wurde er Gesamtweltcupsieger, um 2007 in Sapporo seinen zweiten WM-Triumph zu feiern, diesmal im Skiathlon. Hinzu kommen vier Staffel-Medaillen.

Teichmann ist noch einmal auf Olympia fokussiert, er denkt aber schon an das Leben danach. Ob er noch einmal im Weltcup startet, lässt der Familienvater offen. "Ich weiß es noch nicht", sagt er knapp. Auch seine berufliche Zukunft ist noch seine Sache. "Das entscheide ich im Frühjahr", betont der passionierte Kletterer, der auf dem Boden seiner Wohnung in Oberhof eine Kletterwand stehen hat.

Insgesamt ist der lange Zeit introvertiert erscheinende Langläufer inzwischen in der Öffentlichkeit lockerer geworden. Einen Anteil daran haben sicher auch Freundin Steffi und seine Kinder Selma und Arvid. "Selma ist jetzt soweit, dass sie vor dem Fernseher sitzt und den Papa anfeuert", erzählt er mit einem Leuchten in den Augen.

Der Sportsoldat hat noch einen sportlichen Wunsch offen: Eine olympische Staffelmedaille. "Das hat ja mit mir noch nie geklappt. Aber mit den Mannschaftskollegen auf dem Podest zu stehen, ist mit das Größte", sagt der Teamplayer. Der 15er soll ihm Mut und Selbstvertrauen für die Erfüllung dieses Traums bringen.

dpa

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