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Wohnungswirtschaft beklagt zu viele Vorgaben

Es fehlen Sozialwohnungen Wohnungswirtschaft beklagt zu viele Vorgaben

Auch die niedersächsischen Wohnungsbauunternehmen warnen vor einem bevorstehenden Mangel an preiswerten Sozialwohnungen. Doch oft erschwerten zu viele Vorgaben den Neubau

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Sie bleiben ein rares Gut: neue Sozialwohnungen  (hier in Düsseldorf).  Auch die niedersächsische Wohnungswirtschaft würde gern mehr Sozialwohnungen errichten, beklagt sich aber über zu hohe Baupreiskosten. 

Quelle: epd

Hannover. Auch die niedersächsische Wohnungswirtschaft befürchtet einen massiven Mangel an Sozialwohnungen in absehbarer Zeit. Nach ihren Prognosen geht der Bestand von derzeit 90 000 Sozialwohnungen in Niedersachsen auf 30 000 Wohnungen im Jahr 2020 ohne Neubau zurück. Mit Neubau seien noch 37 500 Wohnungen zu erwarten, prophezeit der Verband, der etwa 170 Wohnungsunternehmen in Niedersachsen und Bremen vertritt. Angesichts der aktuellen Diskussion um eine Ankurbelung des sozialen Wohnungsbaus sagte Verbandsdirektor Heiner Pott, auch er befürchte einen „dramatischen Rückgang“, der sich vor allem in den Ballungszentren zeigen werde. Darauf weise die Wohnungswirtschaft schon seit langem hin.

Während der neue Bauminister Olaf Lies vor allem an den Bund die Forderung richtete, die derzeitigen Millionenzuschüsse von 800 Millionen Euro zu verstetigen, wies Pott darauf hin, dass die Bauzurückhaltung nicht allein am Geld liege. Es gehe vor allem auch um die Art und Weise, wie Wohnungsbau gefördert werde. „Wenn die Landesförderung nicht angenommen wird, so wie es die NBank mitteilt, müssten schnellstens die Rahmenbedingungen geändert werden.“ Nach Auskunft der NBank sind von den bis 2019 zur Verfügung stehenden 800 Millionen bislang nur gut ein Viertel abgeflossen. Pott wies vor allem auf die explodierenden Baukosten hin . Ferner gebe es zu viele Vorgaben der Landesbauordnung. Man brauche außerdem ein Moratorium für energetische und bautechnische Anforderungen.

Der Verbandsdirektor warnte davor, die Last des sozialen Wohnungsbaus den Wohnungsgenossenschaften aufzubürden, die mit ihrer zurückhaltenden Mietenpolitik ein sozialer Stabilitätsfaktor seien. Die Wohnungsgenossenschaften würden sich schon mehr engagieren, wenn die Baukosten nicht so dramatisch steigen würden. In manchen Ballungsregionen lägen sie schon bei mehr als 4000 Euro pro Quadatmeter –“eine kostendeckende Miete liegt dann bei zwölf Euro pro Quadratmeter.“ Bei den Wohnungsgenossenschaften in Niedersachsen liegt sie derzeit bei 5,50 Euro pro Quadratmeter.

Von Michael B. Berger

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