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Niedersachsen Land droht Landwirten mit Sanktionen
Nachrichten Politik Niedersachsen Land droht Landwirten mit Sanktionen
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00:31 31.03.2018
Quelle: dpa
Hannover

Niedersachsen bekommt das Gülleproblem nicht in den Griff. Obwohl die Zahl der Nutztiere sinkt, steigen die Nährstoffüberschüsse auf den Feldern. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) droht den Landwirten jetzt mit Sanktionen, falls die Grenzwerte künftig nicht eingehalten werden. „Irgendwann wird man mal sagen müssen: Keine Fläche, keine Tiere oder weniger Tiere“, sagte Otte-Kinast bei der Vorstellung des Nährstoffberichts 2016/2017 am Mittwoch in Hannover. „Wir haben viel zu viel Stickstoff und Phosphat im Nährstoffkreislauf.“ Otte-Kinast kündigte an, besonders belastetet Gebiete, vor allem im Westen Niedersachsens, als Risikogebiete auszuweisen.

Die Überdüngung hat Folgen für die Wasserqualität. Nur zwei Prozent der Oberflächengewässer in Niedersachsen sind in einem guten Zustand und erreichen die EU-Vorgaben. An 50 Prozent der Grundwassermessstellen im Land wurde eine erhöhte Nitrat-Konzentration von über 50 Milligramm pro Liter festgestellt.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) nannte den Nährstoffbericht „besorgniserregend“. Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Umweltverbände und die Grünen forderten die Reduzierung der intensiven Tierhaltung und einen besseren Schutz für das Trinkwasser. Das Landvolk und die FDP warnten vor einem ­Höfesterben.  

Den Nährstoffbericht hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Auftrag des Agrarministeriums erstellt. Aus ihm geht hervor, dass sieben Landkreise bei der Wirtschaftsdüngerbilanz die Obergrenze für Stickstoff und die künftig geltende Grenze für Phosphat überschreiten. Der Stickstoffüberschuss betrug 68 000 Tonnen, der an Phosphor rund 30 000 Tonnen.

Für den Bericht wurden erstmals die Richtwerte der neuen Düngeverordnung berücksichtigt. Danach sank zwar die Menge an Gülle und Mist aus der Haltung von Rindern, Schweinen, Hühnern und Schafen zwischen Juli 2016 und Ende Juni 2017 leicht auf 47,7 Millionen Tonnen, weil insgesamt weniger Tiere gehalten werden. Zusammen mit den Gärresten aus Biogasanlagen, die nach der neuen Verordnung  erstmals eingerechnet werden müssen, stieg die Wirtschaftsdüngermenge aber insgesamt von 58,7 auf 59,3 Millionen Tonnen. 

 In den Risikogebieten will Otte-Kinast die Landwirte künftig intensiver überprüfen und beraten. Die Ministerin nannte verstärkte Analysen des Wirtschaftsdüngers und Bodenproben als Beispiel. Sollten die Bauern die Gülleüberschüsse nicht in den Griff bekommen, drohen Sanktionen.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, beklagte fehlende Kapazitäten für Zwischenlager und forderte von der SPD/CDU-Landesregierung eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. „Das ist das wichtigste für die Betriebe“, sagte Schwetje.

Von Marco Seng

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