Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Was geschah mit der „MSC Zoe“?
Nachrichten Politik Niedersachsen Was geschah mit der „MSC Zoe“?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:34 25.01.2019
Die "MSC Zoe" liegt mit umgestürzten Containern an der Kaje des Container Terminals. Quelle: Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Hannover

Seit Wochen gehen die Bilder durch das Netz: Spaziergänger finden Puppen, Möbel oder Glühbirnen an den niederländischen Stränden. Was sich nach einem lohnenden Schatz anhört, ist Teil einer Katastrophe. Im Sturm hatte der Frachter „MSC Zoe“ auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven bis zu 270 Container in der Nordsee verloren. Was und wie viel sich in den Boxen befand, ist noch nicht abschließend geklärt. Mindestens zwei der Container sollen Gefahrengut enthalten.

Wie kann eine solche Havarie wie diese in Zukunft vermieden werden? Darüber diskutierten Landtagsabgeordnete am Freitag in einer Aktuellen Stunde. Ob und wie das Land reagiert, könne erst entschieden werden, wenn die Untersuchungen abgeschlossen seien, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Für die Bearbeitung sei ein Jahr angesetzt. Bis dahin seien Vermutungen zur Ursache der Havarie Spekulationen.

Eine Theorie: Die Ladung der „MSC Zoe“ sei nicht ordnungsgemäß gesichert gewesen. Um solche Fälle zukünftig zu vermeiden, schlug Stefan Henze (AfD) vor, die sogenannte Laschung solle nur von Hafenmitarbeitern durchgeführt werden. Althusmann wies die Idee zurück. Nach internationalen Richtlinien sei die Schiffsbesatzung ebenso qualifiziert, die Ladung zu sichern. Zudem hätten nach bisherigem Kenntnisstand Hafenarbeiter im belgischen Antwerpen die „MSC Zoe“ beladen. Das sei bei Schiffen dieser Größe üblich. Der Frachter ist mit über 394 Metern Länge eines der größten Containerschiffe der Welt. Er kann mehr als 19.000 Standardcontainer laden.

Eine weitere Theorie: Die „MSC Zoe“ habe einen ungeeigneten Seeweg genommen und sei im Sturm auf den Meeresboden gestoßen. Der Frachter nahm nach bisherigen Kenntnissen eine Abkürzung. Die Fahrtrinne der „Terschelling – German Bight“ sei 17 Meter tief. Die „MSC Zoe“ habe bis zu 16 Meter Tiefgang. Das Fahrwasser sei trotzdem zulässig gewesen, sagte Althusmann. „Ob eventuell eine Verschärfung bei der Festlegung der Fahrruten erfolgen muss, wird sich nach der Untersuchung zeigen.“

Theorie drei: Die Arbeiter waren übermüdet oder überlastet und haben die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert. „Darauf gibt es derzeit keine Hinweise“, sagte Althusmann. Wach- und Ruhezeiten würden vom Bund kontrolliert. Es hätte bei der „MSC Zoe“ keine Beanstandungen gegeben. Althusmann appellierte dennoch an den Bund zu prüfen, ob Kontrollen ausgeweitet oder verschärft werden müssten.

Abgeordnete kritisierten die lange Bearbeitungszeit des Falls und die wenigen Erkenntnisse. AfD-Politiker Stefan Henze verlangte eine „schnelle Lösung zur Vermeidung von weiteren Katastrophen“. Er sagte, in der Regel seien rund 30 Prozent der Ladung eines Frachtschiffes Gefahrengut. „Wenn nur zwei bis drei der 277 Container Gefahrengut enthalten sollen, war das entweder großes Glück oder das stimmt so nicht“, sagte Henze.

Von Lisa Neugebauer

In mehreren Regionen in Deutschland steht mittelfristig der Kohleausstieg bevor. Auch im Helmstedter Revier in Niedersachsen soll im Jahr 2020 Schluss sein. Helmstedts Bürgermeister fordert für den anstehenden Strukturwandel in der Region eine finanzielle Unterstützung.

25.01.2019

Bund und Ländern einigen sich auf einen Kompromiss – die Jobcenter verzichten auf ihre Forderungen. Die CDU kritisiert Innenminister Pistorius (SPD) scharf.

27.01.2019

Verkehrsminister Althusmann: Fahrzeuge der Straßenbaubehörde bekommen Abbiegeassistenten

24.01.2019