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09:31 19.10.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Mehr als die Hälfte der Bürger in Niedersachsen wünscht sich, dass eine Ampelkoalition Niedersachsen regiert. Das hat eine Umfrage ergeben, die das Berliner Meinungsforschungsinstitut Civey für die HAZ erstellt hat. Auf die Frage „Welche der nun möglichen Koalitionen wünschen Sie sich als nächste Landesregierung in Niedersachsen?“ gaben 51 Prozent der Befragten ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP an. 21,6 Prozent votierten für eine große Koalition aus SPD und CDU, und 16,7 Prozent bevorzugen ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. In der Online-Erhebung vom 16. bis zum 18. Oktober wurden 2505 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte in Niedersachsen befragt.

Schon vor der Wahl hatten sich Niedersachsen in einer Civey-Umfrage gegen eine große Koalition ausgesprochen. Vor dem 15. Oktober gaben nur 3,6 Prozent der Befragten an, sich eine große Koalition unter Führung der CDU und 4,9 Prozent eine große Koalition unter der Führung der SPD zu wünschen. 

Doch noch Chancen für ein Ampel-Bündnis?

Die Option einer Ampel-Koalition droht aktuell am Widerstand der FDP zu scheitern. Die FDP-Landtagsfraktion begründet ihre Ablehnung, sich an einem Ampel-Bündnis zu beteiligen, mit dem Argument, dass mit Rot-Grün kein Politikwechsel möglich sei. Bereits vor der Wahl hatte Fraktionschef Stefan Birkner eine solche Koalition ausgeschlossen.

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Doch die Kritik in eigenen Reihen wächst. Patrick Döring, früherer FDP-Generalsekretär und einflussreicher Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Hannover, kritisiert, dass seine Partei eine Koalition mit SPD und Grünen nach der Landtagswahl rigoros ausschließt. Döring weist darauf hin, dass es eine Zusammenarbeit der Parteien bereits im Rat der Stadt Hannover gibt. „Wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen mit einem Ampel-Bündnis gemacht“, betonte Döring gegenüber der HAZ. 

Zuvor hatten auch Unternehmer aus Niedersachsen an die FDP appelliert, sich Gesprächen über eine Ampel-Koalition nicht zu verweigern. Am wahrscheinlichsten gilt derzeit die Bildung einer Koalition aus SPD und CDU.

Die SPD hatte sich bei der Wahl am Sonntag auf 36,9 Prozent verbessert, gut vier Prozentpunkte mehr als 2013. Die CDU kam nur noch auf 33,6 Prozent, das waren rund zweieinhalb Punkte weniger und das schlechteste Ergebnis seit fast 60 Jahren. Die Grünen rutschten um fünf Punkte ab auf 8,7 Prozent. Die FDP landete bei 7,5 Prozent, das war ein Minus von 2,4 Punkten.

ewo

Bei den niedersächsischen Liberalen knirscht es gewaltig. Nachdem die Landespartei eine Ampel-Koalition zum wiederholten Mal ausgeschlossen hat, wächst die Kritik in den eigenen Reihen. Ex-Generalsekretär Döring appelliert: „Haben in Hannover keine schlechten Erfahrungen mit dem Bündnis gemacht“.

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Stephan Weil spricht zuerst mit den Grünen, dann mit der FDP und erst zum Schluss mit der CDU. „Ich bin gespannt, ob es sich dabei um ernsthafte Gespräche handelt, oder nur um eine Pflichtübung“, sagt CDU-Partei- und Landtagsfraktionschef Bernd Althusmann.

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