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20:41 10.05.2017
Glasfaser gilt als Technik der Zukunft: In Niedersachsen hat der Ausbau begonnen - wenn auch zögerlich. Foto: dpa Quelle: Uli Deck
Hannover

Ruckelnde Videos, abbrechende Datenverbindungen - beim Internetausbau hinkt Deutschland und dort vor allem der ländliche Raum international weit hinterher. Just an dem Tag, als die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie diese Warnung veröffentlichte, präsentierte in Hannover der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Bernd Althusmann, seine Ideen für das digitale Niedersachsen. Althusmanns Pläne klingen ambitioniert: Bis zum Jahr 2022 soll es in ganz Niedersachsen eine Breitbandversorgung von einem Gigabit - also also rund 1000 Mbit - pro Sekunde geben. Auch die aktuelle Landesregierung baut aus - und hat dabei ähnliche Ziele.

Vor beiden liegt viel Arbeit, das zeigen die Ergebnisse der Studie: Während die meisten OECD-Länder die digitale Infrastruktur längst als Teil der Grundversorgung begriffen, hinke Deutschland hinterher. So habe Estland 73 Prozent Abdeckung mit Glasfaserkabeln, Schweden 56 Prozent, Spanien 53 Prozent und die Schweiz 27 Prozent. In Deutschland sind es dagegen nur 6,6 Prozent, im ländlichen Raum gerade einmal 1,4 Prozent. Die Stiftung kritisiert dabei den fehlenden politischen Willen in Deutschland. „Der aktuelle Stand der Glasfaser-Versorgung ist nicht gut, aber das eigentliche Drama ist, dass der Aufholprozess durch politische Weichenstellungen unzureichend unterstützt wird“, sagt Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Stiftung.

Althusmann dürfte sich angesprochen fühlen. Für den Fall, dass er im Januar die Landtagswahl gewinnt, will er eine Digitaloffensive starten und insgesamt eine Milliarde Euro bereitstellen. Das Ziel der Landesregierung, bis 2020 landesweit eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Mbit pro Sekunde zu erreichen, sei zu wenig ambitioniert. Er wolle ein lückenloses Glasfasernetz aufbauen, mit dem Übertragungsgeschwindigkeiten von über 1000 Mbit, also einem Gigabit, möglich seien. Das Internet soll dann Grundlage für weitere Projekte sein: Die Verwaltungen sollen Anträge auch online bearbeiten können. In allen kommunalen Gebäuden soll es kostenloses WLAN geben.

Digitale Systeme und Drohnen sollen der Landwirtschaft helfen, produktiver und gleichzeitig umweltfreundlicher zu werden. Auch die Verkehrssteuerung soll durch digitale Systeme besser werden. Digitales und Informatik soll zudem in Schulen und Hochschulen mehr Bedeutung erhalten. Althusmann will 20 Digitalisierungsprofessuren schaffen und digitale Start-ups stärker fördern. „Wer die Digitalisierung verschläft, setzt seine Zukunft aufs Spiel“, sagte der CDU-Spitzenkandidat.

Tatsächlich tut sich bereits jetzt etwas in Sachen Breitbandausbau. 34 der insgesamt 37 Landkreise haben Fördermittel beantragt, die Hälfte setzt dabei auf Glasfaseranschlüsse bis zum Haus, die ein Übertragungstempo von einem Gigabit möglich machen. Die andere Hälfte plant mit Glasfaserkabeln nur bis zu Verteilerkästen und dann Kupferkabeln bis zum Haus. Da Kupfer nicht so leitfähig ist wie Glasfaser, erreichen diese Anschlüsse je nach Entfernung zum Haus 50 bis 100 Mbit. Nach Angaben der Landesregierung haben aktuell 73 Prozent der Haushalte in Niedersachsen eine Versorgung von mindestens 50 Mbit pro Sekunde.

Elternvertreter drängen das Land zu weniger Tempo bei der Inklusion - mit Rücksicht auf Schüler mit Behinderung. Erst solle das Land ausreichend Personal und Räume sowie ein Konzept zur gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung vorlegen, sagte Anika von Bose vom Celler Kreiselternrat der HAZ.

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