Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Niedersachsen schränkt Zusammenarbeit mit Imamen ein
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen schränkt Zusammenarbeit mit Imamen ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 25.01.2019
Aus der Türkei entsandte Imame sollen in der Gefangenenseelsorge nicht mehr arbeiten. Quelle: Axel Heimken/dpa
Hannover

Niedersachsen will die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen türkischen Moscheeverband Ditib in einem den sensiblen Bereich einschränken – in der Gefangenenseelsorge. Regierungssprecherin Anke Pörksen kündigte hierüber am Freitag Gespräche mit dem Moscheeverband an.

Konkret geht es um drei aus der Türkei nach Deutschland entsandte Imame, die als Seelsorger auch in niedersächsischen Gefängnissen tätig sind. Sie würden dort zwar auf deutsch ihre Freitagspredigten halten, aber auf Bedarf auch auf arabisch oder türkisch predigen sowie Gespräche mit den Insassen komplett auf türkisch führen. Hierin sieht die Landesregierung ein Risiko für eine mögliche Einflussnahme der Türkei.

Die Einschränkung der Zusammenarbeit mit der Ditib ist eine der Folgen der Turbulenzen, die Ende vergangenen Jahres der Rücktritt des langjährigen Ditib-Vorsitzenden Yilmaz Kilic ausgelöst hat. Kilic hatte dies mit der wachsenden Einflussnahme der türkischen Religionsbehörde auf seinen Verband begründet. Die Landesregierung hatte daraufhin eine Überprüfung der Zusammenarbeit mit diesem Moscheeverband angekündigt, der auch in Beiräten einiger Ministerien vertreten ist, in denen es etwa um den islamischen Religionsunterricht oder das Studium der Islamwissenschaft in Osnabrück geht.

Neuer Verband wird gegründet

Auch das Innenministerium arbeitet im Präventionsbereich gegen den Islamismus mit der Ditib zusammen. Bis auf die Justiz hätten alle Ressorts eine weitere Zusammenarbeit mit der Ditib begrüßt, erklärte Pörksen, zumal in diesen Beiräten keine von der Türkei entsandten Imame säßen, sondern Personen, mit denen sich zum Teil ein über die Jahre gewachsenes Vertrauensverhältnis ergeben habe, sagte Pörksen.

Während das Land seine Zusammenarbeit mit der Ditib einschränkt, bekommt es auf muslimischer Seite einen neuen Ansprechpartner. So wird der frühere Vorsitzende des zweiten größeren Islamverbandes Schura, Avni Altiner, am Sonnabend einen neuen Verband gründen, der völlig unabhängig von der Türkei und etwa der Gruppe Mili Görus sein soll. Der Verband soll nach Altiners Worten „Muslime in Niedersachsen“ heißen, sich aus neun Moscheegemeinden sowie Jugend- und Frauenverbänden zusammensetzen.

„Unser Ziel ist es, dass langjährige Fortschritte, die wir in den letzten Jahrzehnten erreicht haben, jetzt nicht verloren gehen“, sagte Altiner. Er nannte als Beispiele die Fortsetzung und den Ausbau des islamischen Religionsunterrichtes an staatlichen Schulen, das Islamwissenschaftliche Institut in Osnabrück und die Gefangenenseelsorge. Altiner betonte, er sei kein Spalter, sondern ausschließlich an den Interessen der in Niedersachsen lebenden Muslime orientiert. Die Landesregierung erklärte, sie verfolge „mit Interesse“ die Bildung dieses neuen Verbandes, mische sich aber in religiöse Angelegenheiten nicht ein.

Von Michael B. Berger

Auch der AfD-Landesverband in Bremen rückt in den Fokus des Verfassungsschutzes. Das Landesamt hat die Bremer AfD zum Prüffall erklärt. Einige Mitglieder der Partei verbreiteten neonazistisches Gedankengut, sagt der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer.

25.01.2019

Die Ursache der Havarie des Frachters „MSC Zoe“ bleibt weiter ungeklärt. Verkehrsminister Bernd Althusmann stellte sich im Landtag den Fragen der Abgeordneten.

25.01.2019

In mehreren Regionen in Deutschland steht mittelfristig der Kohleausstieg bevor. Auch im Helmstedter Revier in Niedersachsen soll im Jahr 2020 Schluss sein. Helmstedts Bürgermeister fordert für den anstehenden Strukturwandel in der Region eine finanzielle Unterstützung.

25.01.2019