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Niedersachsen Mehrheit im Landtag fordert Abschuss von Wölfen
Nachrichten Politik Niedersachsen Mehrheit im Landtag fordert Abschuss von Wölfen
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12:36 25.10.2018
Umweltminister Olaf Lies (SPD, M), und Humberto Delgado Rosa (r), Direktor der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission, besuchten im September einen Schafhalter in der Lüneburger Heide. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Geht es den streng geschützten Wölfen in Niedersachsen bald an den Kragen? In der Landespolitik mehren sich die Stimmen, die den Abschuss von Einzeltieren oder ganzen Rudeln fordern, wenn sie zu gefährlich für Menschen oder Nutztiere werden. Vertreter von SPD, CDU, FDP und AfD forderten am Donnerstag im Landtag Maßnahmen, um die Zahl der Wölfe zu begrenzen. „Wir können die Akzeptanz steigern, wenn das Anwachsen langsamer läuft“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). In der Debatte wurde auch bekannt, dass Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) Anfang Oktober acht Bentheimer Landschafe verloren hat – vermutlich durch Wölfe.

Der CDU-Abgeordnete Martin Bäumer beschrieb mit drastischen Worten die Situation im Landkreis Nienburg, wo das so genannte Rodewalder Rudel zuletzt Schafe in der Ortschaft Heemsen gerissen hatte. „Das Wolfsrudel schlägt auch inmitten von Häusern erbarmungslos zu“, sagte Bäumer. Blut sei bis an die Häuserwände gespritzt. „Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis zehntausende Wölfe durch alle Teil Deutschlands streifen.“ In Frankreich dürften Wölfe geschossen werden, im Kreis Nienburg dürften sie sich immer noch ungehindert Spaziergängern, Traktorfahrern und Kindern nähern.

„Die Situation in den Wolfsgebieten ist alarmierend“, sagte der FDP-Politiker Hermann Grupe. Nutztiere würden bestialisch massakriert. „Wir brauchen wolfsfreie Zonen, wenn wir die Weidetierhaltung retten wollen“, sagte Grupe. „Es wird versprochen, beschönigt, verharmlost.“ Menschen fingen an, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, weil sie den Politikern nicht mehr trauten. „Der Wolf muss ins Jagdrecht, der Wolfsbestand muss reguliert werden.“

Der SPD-Abgeordnete Marcus Bosse forderte einen „konsequenten Umgang“ mit dem Wolf. Die Wolfspopulation verstärke sich gerade in Niedersachsen enorm. „Deswegen müssen gegebenenfalls auch ganze Rudel entnommen werden können. Das wird auch die Akzeptanz in der Bevölkerung stärken.“ Stefan Wirtz von der AfD kritisierte eine weit verbreitete Wolfsromantik. Man müsse Abschüsse jetzt offen diskutieren. „Wir haben ein ernsthaftes Wolfsproblem.“

Die Grünen sehen das Problem eher bei der Regierung. „Die Wolfspolitik dieser Landesregierung ist schlechter als zuvor“, sagte Grünen-Fraktionsvize Christian Meyer: Kein Wolfskonzept, keine Besenderung von Wölfen, keine Prämien für Nutztierhalter. Entschädigungen wären das wirksamste Mittel, um die Weidetierhaltung zu stärken.

Lies verwies auf seine jüngste Bundesratsinitiative, um die Wolfspopulation einzudämmen. „Wir brauchen eine Bundesregelung.“ Eine Aufnahme ins Jagdrecht sei keine Lösung. „Die Aufnahme ins Jagdrecht bedeutet nicht, dass der Schutzstatus verändert wird“, erklärte Lies. Der Minister sprach sich erneut für das französische Modell aus. Im Nachbarland können Wölfe abgeschossen werden, um die Höchstzahl auf 500 zu begrenzen. In Niedersachsen gibt es laut Umweltministerium derzeit 20 Wolfsrudel. Die Zahl der Tiere wird auf 180 geschätzt. Viele in der Landespolitik gehen davon aus, dass die Zahl aber bereits deutlich höher sein könnte.

Von Marco Seng

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