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Niedersachsen Wertvolles Biotop vernichtet
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17:28 30.10.2018
Der Moorbrand Mitte September bei Meppen hat immense Umweltschäden verursacht. Erfasst worden sind sie noch nicht. Foto: Stephan Konjer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Hannover

Nach dem verheerenden Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen fordern Naturschutzverbände und die Grünen-Landtagsfraktion eine unabhängige Untersuchung der Schäden. Die Bundeswehr hatte im September während der Dürrezeit ihr eigenes Areal in Brand geschossen, das zu einem der wertvollsten Moorareale Deutschlands zählt. „Bei der gesamten Diskussion um den Brand trat in den Hintergrund, was für ein ökologisch hochwertiges Gelände hier zerstört worden ist. Die Wiederherstellung wird Jahrhunderte dauern“, glaubt Holger Bischmann, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland, der in Niedersachsen 100 000 Mitglieder hat.

Seltene Pflanzen und Tiere vernichtet

Der Nabu und die Grünen fordern, dass die Bundeswehr eine „vernünftige Bewertung“ des zerstörten Geländes vornimmt, von unabhängigen Gutachtern. „Es handelt sich schließlich um die größte Umweltkatastrophe, die wir in letzter Zeit erlebt haben“, sagt der Landtagsabgeordnete Christian Meyer. 1200 Hektar, die gebrannt hätten, seien unwiderbringlich zerstört. Meyer rechnete vor, dass man fünf Jahrhunderte brauche, um den Torf wiederherzustellen, der während der wochenlangen Feuersbrunst verbrannt wurde. Äußerst seltene Pflanzen, die nur in Moorregionen anzutreffen seien, seien vernichtet worden, berichtet Nabu-Chef Buschmann. Auch seltene Vogelarten wie die Bekassine oder der große Brachvogel seien durch das Feuer umgekommen. Hinzu kämen die enormen Klimaschäden, ergänzt die Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden. So seien riesige Mengen Kohlendioxid freigesetzt worden. „Der Schaden entspricht dem CO2-Ausstoß von der Stadt Oldenburg in einem Jahr“, sagte Verlinden. Für diesen Schaden muss nach Auffassung der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anja Piel die Bundeswehr aufkommen.

Reicht ein Runder Tisch?

Auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) erwartet, dass die Bundeswehr den Schaden reguliert. „Einerseits investieren wir Millionen in den Moorschutz, andererseits sind durch diese Leichtfertigkeit mehr als 1000 Hektar Umwelt zerstört und viele Hundertausende Tonnen CO² freigesetzt worden. Ich erwarte von der Bundeswehr für diesen Schaden einen Ausgleich. Das könnten grundsätzliche Maßnahmen sein, wie die Aufwertung von Mooren oder die Einrichtung bzw. finanzielle Ausstattung“, sagte Lies am Dienstag. Das sei die Minimalpflicht für die Bundeswehr. Lies hat daher vorgeschlagen, einen Runden Tisch einzurichten, an dem auch der Landkreis Emsland als zuständige Untere Naturschutzbehörde teilnimmt. Den Grünen reichen diese Aktivitäten des Ministers nicht. Für den Klimaschaden, der auch finanzielle Auswirkungen haben werde, müsse die Bundeswehr herangezogen werden. „Wie ernst die Landesregierung in diesem Fall den Umweltschutz nimmt, ist auch ein Lackmustest für die rot-schwarze Landesregierung“, sagte Piel.

Von Michael B. Berger

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