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16:15 10.10.2018
10.10.2018, Niedersachsen, Hannover: Friedo de Vries (r), Präsident des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen, und Thomas Hackner, zuständiger Referatsleiter im niedersächsischen Justizministerium, informieren in der Landespressekonferenz über den Mordfall Marinowa. Die deutsche Polizei hat im Zusammenhang mit dem tödlichen Gewaltverbrechen an der bulgarischen TV-Moderatorin einen 20-jährigen Bulgaren in Stade festgenommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Hannover

Es dauerte nur wenige Stunden, bis die Spezialeinsatzkräfte der niedersächsischen Polizei in Stade zuschlugen. Dort wurde am Dienstagabend der 20-jährige Bulgare Sewerin K. festgenommen. Er wird beschuldigt, die bulgarische Moderatorin und Jourmalistin Wiktorija Marinowa umgebracht zu haben. Die landesweit bekannte Journalistin war am vergangenen Sonnabend tot in der nordbulgarischen Stadt Ruse aufgefunden worden. Die 30-Jährige war zuvor vergewaltigt und stranguliert worden.

Sollte eine unliebsame Journalistin aus dem Weg geräumt werden?

Besonderes Interesse weckte der Fall weit über Bulgarien hinaus, weil die Moderatorin in ihrer letzten Sendung zwei Investigativjournalisten über die Veruntreuung von EU-Fördergeldern in Bulgarien berichten ließ. Schnell keimte in Bulgarien der Verdacht auf, hier sei eine unliebsame Journalistin aus dem Weg geräumt worden. Doch die Spur des Gewaltverbrechens führte plötzlich in das knapp 2000 Kilometer entfernte niedersächsische Stade. Hier, im sogenannten Altländer Viertel, vermuteten bulgarische Ermittler den Tatverdächtigen – einen 20-jährigen Bulgaren, der in seinem Heimatland bereits polizeibekannt sei.

Auslieferung nach Bulgarien steht bevor

In Hannover gaben am Mittwoch der neue LKA-Präsident Friedo de Vries und Ministerialdirigent Thomas Hackner aus dem Justizministerium höchstpersönlich die erfolgreiche Festnahme des Bulgaren in Stade bekannt. Wegen der politischen Brisanz des Falles? Hackner und der LKA-Chef winkten ab. Nein, weil die rasche Festnahme ein Beispiel sei für die hervorragende Zusammenarbeit von Polizei und Justiz über Grenzen hinweg. So habe man am Dienstag um kurz nach 12 Uhr mittags den Hinweis auf den Tatverdächtigen in Stade erhalten – über einen BKA-Kontaktmann in Bulgariens Hauptstadt Sofia. Bereits gegen 16 Uhr seien Spezialkräfte in Stade vor Ort gewesen, um den Tatverdächtigen vier Stunden später festzunehmen. Er hatte sich bei seiner Mutter versteckt. Nun soll er nach Bulgarien ausgeliefert werden, worüber das Oberlandesgericht in Celle entscheiden werde.

Nach bulgarischen Angaben wurden in der Wohnung des 20-Jährigen persönliche Sachen der Moderatorin gefunden. Auch habe es DNA-Spuren des 20-Jährigen am Körper der Toten gegeben

Von Michael B. Berger

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