Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Atomlager Schacht Konrad wird erst 2027 fertig
Nachrichten Politik Niedersachsen Atomlager Schacht Konrad wird erst 2027 fertig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:46 11.03.2018
Wird viel später als geplant fertig: Schacht Konrad bei Salzgitter. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Deutschlands einziges genehmigtes Atomlager, die Schachtanlage Konrad bei Salzgitter, wird wesentlich später als geplant.  Am Donnerstag überraschten sowohl das Bundesumweltministerium in Berlin als auch die Bundesgesellschaft für Endlagerung  (BGE) in Salzgitter mit der Mitteilung, dass Schacht Konrad erst 2027 fertig werde. Zuletzt war immer das Jahr 2022 als Fertigungsstellungstermin genannt worden – wenn auch mit Vornbehalten. Möglicherweise werden auch die Baukosten höher für das Endlager, das schwach- und mittelradioaktiven Müll aufnehmen soll. BGE-Sprecherin Monika Hotopp bezifferte die veranschlagten, reinen Baukosten mit 3,4 Milliarden Euro, zu denen noch etwa eine Milliarde an Vorlaufkosten für Planung und Erkundung gerechnet werden müssten. „Die Fertigungskosten stehen auf dem Prüfstand“, sagte Hotopp. Allerdings werde man versuchen, durch eine schnellere Einlagerung des Atommülls, für die bisher 40 Jahre veranschlagt sind, wieder Kosten hereinzuholen.

 Die neugegründete Bundesgesellschaft für Endlagerung ist seit 2017 für die im Ausbau befindliche Atomanlage zuständig, die bereits Anfang der achtziger Jahre konzipiert worden ist und dessen Planfestellungsverfahren 2002 vom Land Niedersachsen abgeschlossen wurde, noch unter dem SPD-Umweltminister Wolfgang Jüttner. Nach zahlreichen Klagen entschied 2007 das Bundesverwaltungsgericht, dass Konrad gebaut werden kann. Ursprünglich hieß es, die Anlage gehe 2013 in Betrieb, dann 2022. Jetzt soll es also 2027 sein.

Der TÜV Rheinland hat das Datum 2027 als wahrscheinlich genannt - in einem Gutachten, das die gesamte komplizierte Rechts- und Verfahrenslage beim Ausbau des Schachtes unter die Lupe genommen hatte. Hier war zwar seit dem Jahr 2007 das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Bauherrin, doch führte die den Energieunternehmen gehörende Deutsche Gesellschaft für den Bau und Betrieb von Endlagern (DBE) den Betrieb –ein keinesfalls immer gedeihliches Miteinander.  So hatte der Bundesrechnungshofim vergangenen Jahr gewarnt, dass sich der Schacht zum Milliardengrab entwickeln könnte und dem BfS vorgeworfen, seine Aufsichtspflicht zu vernachlässigen. Das BfS hatte daraufhin gekontert, dass die operative Arbeit bei der DBE liege und diese auch immer wieder den Fertigungsstellungstermin 2022 genannt habe.

Die nun federführende neue Bundesgesellschaft erklärte, dass auch eine Reihe von Altverträgen, die noch vor 1990 abgeschlossen worden seien, für Konflikte und Umsetzungsschwierigkeiten gesorgt hätten. Deshalb müsse man sie kündigen. Man überprüfe auch die Arbeitsorganisation, denke über ein Mehrschicht-System über Tage nach und baue ein eigenes Prozessmonitoring auf. Man werde die Ungewissheiten, „die sich aus der schwierigen Konstellation in der Vergangenheit ergeben haben“, schnell in der BGE in den Griff bekommen, sagte BGE-Geschäftsfüherin Ursula Heinen-Esser.

 Gegner des Atomprojektes, wie Ludwig Asmus von der AG Schacht Konrad, überzeugt Heinen-Esser damit nicht. „Es wird immer absurder, dass an einem falschen und offensichtlich nicht umsetzbaren Projekt festgehalten wird, nur weil es eine Genehmigung gibt“, sagte Wasmus. Konrad bleibe ein Irrweg, der immer teurer werde.

Von Michael B. Berger

Der amtierende Außenminister Sigmar Gabriel wird kein Minister in der neuen Bundesregierung. Das teilte der SPD-Politiker auf Twitter mit. Andrea Nahles und Olaf Scholz hätten ihn am Morgen über die Entscheidung informiert. 

08.03.2018

Der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius befürwortet eine kritische Betrachtung der AfD. Bund und Länder seien dazu aufgefordert, die Entwicklung der Partie stetig zu verfolgen.

07.03.2018

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist hierzulande so groß wie in fast keinem anderen EU-Land. Das unbereinigte Verdienstgefälle liegt Statistiken zufolge bei deutschlandweit 21,5 Prozent, in Niedersachsen sieht es mit rund 21 Prozent kaum besser aus. 

10.03.2018
Anzeige