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Niedersachsen Merz liegt beim Applaus in Bremen leicht vorn
Nachrichten Politik Niedersachsen Merz liegt beim Applaus in Bremen leicht vorn
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00:19 02.12.2018
Der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz (l), Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stehen in Bremen auf der Bühne. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Bremen

Die drei Kandidaten kommen gemeinsam in die Industriehalle im Bremen-Überseestadt. Annegret Kramp-Karrenbauer winkt von der Bühne, Jens Spahn verneigt sich leicht, Friedrich Merz hebt den Daumen. Bei der anschließenden Vorstellung fällt der Jubel für Merz deutlich stärker aus als für die beiden Konkurrenten.

Die Stimmung ist aufgekratzt in der Halle – fast wie bei einem Rockkonzert. Nur in den letzten Reihen bleiben ein paar Stühle frei. Die CDU hat die gemeinsame Regionalkonferenz von Niedersachsen und Bremen, bei der sich die Anwärter auf den Parteivorsitz vorstellen, wegen der anstehenden Bürgerschaftswahlen in die Hansestadt vergeben. Bei der Nachfrage des Moderators zeigt sich, dass die meisten Parteimitglieder im Saal aus Niedersachsen kommen.

Wer muss als erster ans Mikro? Die Kandidaten ziehen Nummern. Friedrich Merz darf ran. Zehn Minuten plus x hat der Ex-Fraktionschef im Bundestag Zeit. In der ersten Reihe lauscht die niedersächsische CDU-Prominenz: Bernd Althusmann, Ursula von der Leyen, David McAllister.

Merz beginnt mit den verlorenen Landtagswahlen und den miserablen Umfragewerten für die CDU. „Wir können den Trend stoppen und wieder umkehren, wenn wir es wollen“, ruft er den rund 1000 Parteimitgliedern zu. Der Ex-Fraktionschef rechnet mit der Merkel-Ära ab. „Wir haben nicht mehr die richtigen Antworten gegeben und unbequeme Fragen nicht mehr zugelassen.“ Die CDU müsse eine Partei sein, die unterschiedliche Meinungen aushalte. Merz fordert gleiche Chancen bei der Digitalisierung für den ländlichen Raum, die Sicherung der sozialen Systeme, Nachhaltigkeit für die nächste Generation. „Wir werden ohne die Europäische Union gar nichts erreichen.“

Dann kommt Bundesgesundheitsminister Spahn an die Reihe. „Ich möchte sie gerne mitnehmen in die Zukunft – ins Jahr 2040.“ Er wolle das alte Versprechen wieder erfüllen, dass es der nächsten Generation noch besser gehe. Dass es sich wieder lohne, morgens aufzustehen. Spahn fordert Steuersenkungen. „Der Soli muss weg.“ Spahn sagt, er wolle keine Kompromisse machen bei Sicherheit und Rechtsstaat. „Wir stehen hinter unseren Polizisten und unseren Soldaten“. Spahn will Deutschland zum Digitalweltmeister machen – und die CDU zur „Mitmach-Partei“, die auch 2040 noch regiere.

Bundesgeneralsekretärin Kramp-Karrenbauer gibt sich kämpferisch. „Neue Stärke, darum geht es uns heute.“ Es gebe niemand in der CDU, der mit der jetzigen Situation zufrieden sei. „Wer Volkspartei sein will, darf sich mit 30 Prozent nicht abfinden.“ Kramp-Karrenbauer will neue Themen, einen neuen Stil. „Wir sind doch kein politischer Gemischtwarenladen.“ Die CDU habe Ziele und Werte. „Es gibt in jeden Flügel genügend schlaue Köpfe. Lasst sie auch mal ran, lasst sie auch mal was machen.“

Obwohl Kramp-Karrenbauer in der Vorstellungsrunde weniger konkret ist als die Konkurrenten, holt sie beim Applaus etwas auf. Auffällig ist, wie fair die Kandidaten miteinander umgehen, auch in der anschließenden Fragerunde. Da spricht sich Kramp-Karrenbauer beim Thema Bundeswehr deutlich für ein verpflichtendes Dienstjahr aus. Spahn fordert eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr. Dann geht es um den Diesel-Skandal. Merz fordert, die Debatten über Grenzwerte zu beenden. Die beste Umweltpolitik mache man mit neuer Technologie. Spahn spricht sich für eine Bestrafung der Autokonzerne wegen der Abgas-Manipulationen aus. Alle drei Kandidaten wollen mehr Frauen für die Partei gewinnen. Merz erwägt auch eine Frauenquote, Spahn will das nicht.

Es war die achte und vorletzte Regionalkonferenz. Abschließend messen sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten an diesem Freitag in Berlin. Am 7. Dezember entscheiden 1001 Delegierte auf dem CDU-Bundesparteitag in Hamburg über die Nachfolge Angela Merkels, die seit 18 Jahren Parteichefin ist.

Von Marco Seng

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