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Niedersachsen Bürgermeister warnt: Helmstedter Revier darf nicht vergessen werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Bürgermeister warnt: Helmstedter Revier darf nicht vergessen werden
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08:10 25.01.2019
Die Luftaufnahme zeigt das Forschungs- und Erlebniszentrum Paläon mit dem Braunkohle-Tagebau. Quelle: dpa
Helmstedt/Berlin

Angesichts der vielleicht entscheidenden Sitzung der Kohlekommission fordern niedersächsische Politiker finanzielle Unterstützung für das Helmstedter Revier. „Es ist grundsätzlich wichtig, dass wir nicht vergessen werden“, sagte Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert (CDU). Umweltminister Olaf Lies (SPD) forderte indes vor der Sitzung in Berlin zehn Prozent der vom Bund in Aussicht gestellten Strukturfördermittel. Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ könnte sich an diesem Freitag auf ein Konzept für das Ende der Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle einigen.

Helmstedt nur kleiner Standort

„Wir sind ein sehr kleines Revier und nicht mehr aktiv. Da ist die Gefahr groß, dass man hinten runter fällt“, sagte Schobert. Wenn es um den Kohleausstieg geht, stehen tatsächlich eher die Lausitz, das Rheinische und das Mitteldeutsche Revier im Blickpunkt, weil dort Zehntausende Arbeitsplätze von der Kohle abhängen. Laut Berichtsentwurf, der der dpa vorliegt, sind in Helmstedt nur noch rund 150 Beschäftige direkt und weitere 300 indirekt betroffen.

Mehr als 140 Jahre Bergbau in Helmstedt gehen zu Ende

2016 wurde der Braunkohletagebau in Schöningen bei Helmstedt beendet. Ab demselben Jahr diente das Kraftwerk Buschhaus in der Nähe als bundesweit erste Sicherheitsreserve. 2020 soll dort endgültig Schluss sein. Mehr als 140 Jahre Bergbaugeschichte gehen endgültig zu Ende. „Dann haben wir nichts mehr“, sagte Schobert. „Alles was mit der eigentlichen Reviertätigkeit zu tun hat, ist dann weg“. Im strukturschwachen Helmstedt sei dadurch eine riesige Lücke aufgerissen, sowohl wirtschaftlich als auch emotional. „Um diese wieder zuschließen, brauchen wir Unterstützung“, forderte Schobert.

Strukturwandel eine Herausforderung für Jahrzehnte

Für den Wechsel von der Energiegewinnung zur Gewerbe- und Industrieansiedlung brauche die Region nicht nur Gelder für ein paar Jahre. „Das ist eine Herausforderung für uns, die ein bis zwei Jahrzehnte dauern wird“, sagte der Bürgermeister und kritisierte, dass im Berichtsentwurf sogar eine mögliche Einmalzahlung auftaucht. Auch Umweltminister Lies ist der Meinung, dass es für den Landkreis Helmstedt ohne Förderprogramme von außen kaum möglich sein werde, den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen. Als mögliche innovative Projekte stehen die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen, die Nutzung von grünem Strom zu Herstellung von Kraftstoffen oder ein Batteriezellenrecycling im Raum.

Lesen Sie auch: Mehrheit der Deutschen ist für raschen Ausstieg aus der Braunkohle

Direkte Bahnverbindung nach Wolfsburg denkbar

An eine mögliche Einrichtung einer Forschungsstelle des Bundes will Bürgermeister Schobert nicht wirklich glauben. „Da machen wir uns keine Hoffnungen“. Für die Gewerbeansiedlung auf frei werdenden Flächen setzt er vor allem auf eine bessere Anbindung an Wolfsburg. Eine direkte Bahnverbindung wäre aus seiner Sicht Gold wert.

Von RND/dpa

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