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Niedersachsen Nach Hackerangriff: Schröder-Köpf fühlt sich bedroht
Nachrichten Politik Niedersachsen Nach Hackerangriff: Schröder-Köpf fühlt sich bedroht
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00:17 13.01.2019
Fühlt sich nach dem Hacker-Angriff bedroht: die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf. Quelle: Hollemann/dpa
Hannover

Niedersächsische Politiker und Prominente sind offenbar stärker von dem jüngsten Hacker-Angriff betroffen als bisher bekannt. Nach Angaben des Innenministeriums wurden die persönliche Daten von insgesamt 139 Personen illegal im Internet veröffentlicht, darunter Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Künstler sowie Journalisten. Das teilte das Ministerium am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags mit.

Von 17 Personen sind danach neben Adressen oder Handynummern auch Passwörter, Fotos und Videos veröffentlicht worden, teilweise komplette Facebook-Unterhaltungen. Es sei zu befürchten, dass diese Personen das Ziel von „Beleidigungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen“ werden könnten, sagte Michael Zimmer vom Innenministerium im Ausschuss. Das Landeskriminalamt habe deshalb eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Schröder-Köpf: „Fühle mich bedroht“

Zu den betroffenen Landtags-Abgeordneten gehört auch die SPD-Politikerin Doris Schröder-Köpf, deren Adresse und Handynummern veröffentlicht wurden. „Das führt dazu, dass ich seit vor Weihnachten anonyme Anrufe bekomme – bei Tag und bei Nacht“, sagte Schröder-Köpf im Ausschuss. „Ich fühle mich bedroht und beeinträchtigt.“ Die Ex-Frau von Altkanzler Gerhard Schröder kritisierte, dass der Hackerangriff verharmlost werde. Es sei ganz klar politisch motiviert, wenn 55 SPD-Landtagsabgeordnete betroffen seien und keiner von der AfD.

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Hackerangriff: Grüne vermuten rechten Hintergrund

Auch die Grünen vermuten einen rechten Hintergrund für die Tat, die ein 20-jähriger Schüler aus Hessen gestanden hat. Einzelne Hacks seien mit rechten Inhalten geflutet worden, sagte Grünen-Fraktionschefin Anja Piel, die ebenfalls über vermehrte Anrufe von unbekannten Nummern in den vergangenen Wochen klagte. Die Grünen warfen zudem Innenminister Boris Pistorius (SPD) vor, sich vor einer Befragung im Ausschuss zu drücken.

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Innenministerium und Landeskriminalamt sehen bisher keine politisch motivierte Tat und berufen sich dabei vor allem auf die Einschätzung des Bundeskriminalamtes.

Politik fordert mehr Sicherheit

Politiker aller Landtags-Parteien verurteilten am Donnerstag den Hacker-Angriff und forderten bessere Sicherheitsmaßnahmen für Politiker. „Wir sollten uns schon mal Gedanken machen, wie man Personen des öffentlichen Lebens besser schützen kann“, sagte der CDU-Abgeordnete Sebastian Lechner.

Von Marco Seng

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