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Niedersachsen Gabriel wirbt für die GroKo
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12:38 26.02.2018
Der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) vor der Regionalkonferenz auf seinem Podiumsplatz. Quelle: dpa
Goslar

 Der Name des Veranstaltungszentrums in Goslar scheint gut gewählt. In das „Berufsförderungszentrum“ am Rande der Goslarer Altstadt hat der örtliche SPD-Unterbezirk geladen, um die Genossen auf die Große Koalition einzustimmen. Doch gekommen sind die meisten der 130 Gäste, wohl auch, um für einen zu werben, dessen Berufszeit als Kabinettsmitglied bald enden dürfte: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel.  „Na klar sind wir für Gabriel, er ist der beliebteste Außenminister, er macht einen guten Job“, sagt so gut wie jeder, der am den Veranstungsort betritt, ob es nun eine Landtagsabgeordnete, ein früherer Landrat, eine Lehrererin oder ein einfacher Bürger ist.  

Aber das Rennen scheint gelaufen. Gegen den Mann aus Goslar. Zu viele der jetzt bestimmenden Sozialdemokraten hat der 58-jährige Spitzenpolitiker vor den Kopf gestoßen, sie drängen auf Entlassung, das ist jetzt auch eine Machtfrage in der Bundes-SPD. Das scheint auch Gabriel selbst zu wissen, der vor dem Publikum selbstkritisch einräumt, zuletzt „nicht die klügsten Bemerkungen gemacht zu haben“. Aber jetzt gehe es „um wirklich mehr“.  Nicht um ihn sondern um das Ganze. Und deshalb sollten sich die Goslarer Freunde nicht an Personalfragen reiben. „Es kann doch nicht sein, dass man Sozialdemokrat in erster Linie ist, um Personalentscheidungen zu treffen“, sagt der Noch-Außenminister, der wahrscheinlich schon bald nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter sein wird, obwohl ein Großteil der Deutschen ihn wohl lieber im Außenamt sehen würde. Jetzt hat Gabriel die Umfragenwerte, von denen er früher träumte. „Man geht nicht in die Politik für sich selber“, sagt Gabriel. Und spricht über das große Ganze. Und wirbt vehement dafür, jetzt für den Koalitionsvertrag zu stimmen.

Aber nicht alle sind daür, jetzt einen Schlusstrich unter die Akte Gabriel zu ziehen. Ein älterer Herr aus Clausthal-Zellerfeld sagt, die Vorstellung, „ein Herr Maaß oder eine Frau Barley“ wechsele ins Außenamt, mache ihm bange: „Wir haben Besseres verdient, Sigmar“. Störrisch solle er bleiben, stark. Doch Gabriel bleibt vernünftig: „Macht es mir nicht noch schwerer“, sagt Gabriel. Und warnt seine Parteifreunde davor, jetzt wieder nur auf Personen zu schauen. „Die SPD muss aufhören zu glauben, dass es einen Messias gibt“, sagt Gabriel den Goslarern. Ganz überzeugt er sie nicht.

Auch Hubertus Heil, der frühere SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, gibt ein Bekenntnis für Gabriel ab, der nicht nur als Bundesaußenminister enorm viel getan habe, sondern auch für die Region um Goslar und Braunschweig.  Aber Heil warnt zugleich davor, in dieser letzten Woche vor der Abstimmung, nur über Personen zu reden. „Wenn wir uns jetzt nicht zusammenraufen in der SPD, geht’s zur Kernschmelze“, sagt Heil mit Blick auf die verheerenden Umfragewerte: „Sigmar und ich sind seit 30 Jahre die jungen Talente in der SPD“, sagt Heil. Der Saal lacht. Und ist dennoch nicht zufrieden.

Von Michael B. Berger

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