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Niedersachsen Schulze stellt Plan gegen Plastikmüll vor
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20:54 26.11.2018
Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin, stellt auf einer Pressekonferenz im Bundesumweltministerium einen Fünf-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling vor. Foto: Wolfgang Kumm Quelle: dpa
Berlin/Hannover

Bananen ohne Verpackung, Wasserspender statt Wegwerfflaschen – die Deutschen sollen Plastikmüll in Zukunft stärker vermeiden. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat am Montag in Berlin einen Fünf-Punkte-Plan zur Müllvermeidung vorgestellt, der vor allem auf freiwillige Vereinbarungen setzt und Vorgaben der Europäischen Union ergänzen soll. „Wir produzieren in unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu viel Plastik“, sagte Schulze und kündigte ein „Umsteuern“ an.

Anfang des Jahres 2019 will das Ministerium mit dem Handel darüber sprechen, wie unnötige Verpackungen insbesondere aus den Gemüseregalen verschwinden könnten. Vorbild sei die freiwillige Vereinbarung, auf kostenlose Plastikeinkaufstüten zu verzichten, was den Verbrauch nach zwei Jahren bereits um zwei Drittel gesenkt habe. Schulze will die Industrie dazu bringen, mehr Produkte aus Recyclingmaterial anzubieten. Außerdem will sie auf EU-Ebene erreichen, dass Hersteller eine bestimmte Lebensdauer ihrer Ware garantieren und das Reparieren der Produkte erleichtern müssen.

Auch die Anforderungen an die Entsorgung von Biomüll sollen verschärft werden, damit darin weniger Plastikpartikel landen. Zudem sollen Alternativen zu Plastik gestärkt werden, etwa durch eine Initiative zur Nutzung von Leitungswasser als Trinkwasser. Wasser aus dem Hahn stehe in Deutschland nahezu überall zur Verfügung, sagte Schulze: „Die Qualität wird flächendeckend von den Wasserwerken überwacht.“ In allen Städten sollten an öffentlichen Orten Wasserspender aufgestellt werden, an denen jeder seine Trinkflasche auffüllen könne, sagte die Ministerin.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) nannte den Fünf-Punkte-Plan ein „gutes Instrument“, das die wesentlichen Empfehlungen der europäischen Kunststoffstrategie abdecke. „Plastik sollte nur dort eingesetzt werden, wo man keine anderen Materialien benutzen kann“, sagte Lies der HAZ. Positiv hervorzuheben sei, dass der Bund Geld für den Export von Technik bereitstelle, um die Meere vom Müll zu befreien.

Auch der niedersächsische Einzelhandel lobte Schulzes Plan. „Wir als Handel arbeiten da mit“, sagte Hans-Joachim Rambow, Geschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen. Wichtig sei, die Industrie mit in die Pflicht zu nehmen: „Sie ist es, die die großen Verpackungen in die Regale stellt.“ Nach Angaben von Thorsten Wucherpfennig, Lebensmittelhändler in Hannover, werden freiwillige Angebote zur Müllvermeidung in den Geschäften – etwa eigene Behälter zur Wurst- und Käsetheke mitzubringen – zunehmend genutzt: „Oft ist der Kunde aber doch bequem.“

Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der WWF wünschen sich verbindlichere Vorgaben aus Berlin. „Sonst bekommen wir vor allem das Problem mit der Mehrwegquote nicht in den Griff“, sagte Rolf Buschmann vom BUND.

Von Gabriele Schulte

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