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Niedersachsen Können Jugendliche bald schon mit 16 Autofahren?
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00:15 18.07.2017
Von Gabriele Schulte
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Niedersachsen will schon 16-Jährigen das begleitete Autofahren ermöglichen. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) kündigte am Freitag einen Modellversuch an, bei dem die Phase des begleiteten Fahrens (BF) für Jugendliche um ein Jahr erweitert werden soll. „Mit dem Projekt BF 16 wird Niedersachsen erneut eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagte der Minister. 2004 hatte das Land gegen viel Kritik einen entsprechenden Versuch zum begleiteten Fahren ab 17 gestartet. Da die Unfälle mit Fahranfängern danach nachweislich zurückgingen, wurde das Modell bundesweit übernommen. Ohne Begleitung eigenständig fahren dürfen Fahranfänger erst mit 18 Jahren. Das soll auch so bleiben, wie der Minister versichert.

Die Hälfte nutzt die Möglichkeit

Seit dem „Führerschein mit 17“ seien die Unfälle mit Fahranfängern bundesweit um rund ein Fünftel zurückgegangen. Ein Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen kam zum Ergebnis, dass eine Verlängerung der Begleitphase den positiven Effekt noch vergrößern kann.

Die Hälfte der Prüflinge nutzt nach Angaben des niedersächsischen Fahrlehrerverbandes die Möglichkeit des zunächst begleiteten Fahrens. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt der Vorsitzende Dieter Quentin. Allerdings wünschten sich viele Schüler wegen schulischer Belastungen in der Oberstufe, früher mit der Führerscheinvorbereitung beginnen zu können. Aus Zeitmangel werde die Fahrerlaubnis in der Praxis häufig erst wenige Wochen vor dem 18. Geburtstag erworben. „Eine längere Phase würde zu mehr Sicherheit führen“, meint der Verband, der das „begleitete Fahren ab 16“ Anfang des Jahres ins Gespräch gebracht hatte. Dies sehen auch die Unfallexperten der Landesverkehrswacht, des ADAC, des TÜV Nord und des niedersächsischen Innenministeriums so. Sie alle unterstützten bei einem Runden Tisch die neue Altersgrenze.

Wer die Prüfung vor dem 18. Geburtstag ablegt, soll weiterhin bis zur Volljährigkeit nur unter Aufsicht ein Auto steuern dürfen. Auf dem Beifahrersitz muss ein erfahrener Begleiter sitzen, der Tipps zum Fahrverhalten geben kann. Begleiter sind in der Regel Mutter oder Vater. Die Beifahrer müssen mindestens 30 Jahre alt sein und fünf Jahre Fahrpraxis haben, sie dürfen höchstens einen Punkt beim Verkehrszentralregister haben.

Eine europäische Führerscheinrichtlinie von 2006 sieht derzeit das Autofahren erst ab 17 vor. Lies zeigte sich aber zuversichtlich, eine Änderung erwirken zu können. Das Bundesverkehrsministerium habe bereits Unterstützung zugesagt: „Die Signale sind erfreulich.“

Kommentar: Erstaunliche Ergebnisse

Für manche mag es bedrohlich klingen: Bald sollen schon 16-Jährige in Niedersachsen ein Auto steuern dürfen. Ist aber nicht gerade bei Jugendlichen die Gefahr groß, dass sie mit riskanten Manövern Unfälle verursachen? Oder nach Partys alkoholisiert am Steuer unterwegs sind? Gezeigt hat sich schon beim Führerschein mit 17 etwas anderes: Das begleitete Fahren – zumeist sitzen dabei ja Vater oder Mutter auf dem Beifahrersitz – bringt erstaunliche Ergebnisse. Je früher sich junge Menschen eine ordentliche Fahrdisziplin angewöhnen, desto vernünftiger fahren sie auch später. Der Rückgang der Unfallzahlen spricht hier eine eindeutige Sprache. Warum also nicht den Führerschein ab 16 einführen? Auch den Eltern schadet es im Übrigen nicht, die eigene Fahrweise in dieser Zeit noch mal gründlich zu überprüfen.

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