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Niedersachsen Land will Erziehern die Ausbildung zahlen
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00:31 01.04.2018
Will den Erzieherinnenberuf attraktiver machen: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Quelle: dpa
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Hannover

Zum neuen Schuljahr will das Land Niedersachsen eine Reform der Erzieherausbildung starten, um den Beruf attraktiver zu machen.  Das kündigte das Kultusministerium überraschend am Donnerstagabend an, nachdem die FDP konkrete Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung des Berufes gemacht hatte.  Ein wesentliches Hindernis für junge Leute, den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers einzuschlagen, liegt bislang in den Ausbildungskosten, die die Auszubildenden selbst tragen müssen. So muss etwa gut ein Viertel der angehenden Erzieher Schulgeld zahlen – jährlich sind das fünf Millionen Euro, die nun das Ministerium übernehmen will. Kultusminister Grant Hendrik Tonne sprach am Donnerstag von einem „Niedersachsen-Plan“, mit dem er die Ausbildung attraktiver machen will.

Zusätzliche 500 Ausbildungsplätze

Neben der Zahlung des Schulgeldes vom kommenden Jahr an will das Kultusministerium außerdem angehenden Erzieherinnen eine Teilzeit-Ausbildung ermöglichen, um zu einem Gehalt zu gelangen. So sollen die angehenden sozialpädagogischen Assistenten und Erzieher neben ihrer schulischen Ausbildung dann von den Trägern der Einrichtungen eine Vergütung erhalten können – wenn sie in den Kitas arbeiten.  Ferner sollten bis zu 500 zusätzliche Ausbildungsplätze für sozialpädagogische Bildungsgänge an berufsbildenden Schulen geschaffen werden. Zuvor hatte die oppositionelle FDP eine grundlegende Reform der Ausbildungsfinanzierung durch das Land vorgeschlagen. 

FDP schlägt Lohn vor

So schlug der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling vor, dass das Land den angehenden Erzieherinnen und Erziehern nicht nur das Schulgeld zahlt sondern auch einen Lohn. In den ersten beiden Ausbildungsjahren, in denen junge Menschen zu Sozialpädagogischen Assistenten geschult werden, sollten sie monatlich 500 Euro brutto erhalten, in den zwei anschließenden Ausbildungsjahren monatlich 700 Euro. Die FDP hat ausgerechnet, dass der Ersatz des Schulgeldes sowie die Bezahlung der Erzieherinnen während der Ausbildung etwa 145 Millionen Euro kosten würde, hält diese gewaltige Ausgabe aber wegen des Personalmangels für angebracht. Profitieren könnten nach Försterlings Worten 15 000 Auszubildende.

Von einem Einstieg in die dualisierte Erzieherausbildung an Berufsschulen und Einrichtungen, die Lohn zahlen müssten, hält der FDP-Experte wenig, zumal sie den Fachkräftemangel in anderen Berufen noch verstärken würde. Försterling hält auch nichts von einer Akademisierung des Erzieherberufes, wie sie andere anstreben. Da die FDP in der Opposition sitzt, dürfte Försterlings Vorschlag keine Aussicht auf Erfolg haben. Eine Absage an die Idee kam prompt von der schulpolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Mareike Wulf. Eine staatliche Ausbildungssubventionierung der Erzieher und Erzieherinnen wäre höchst ungerecht gegenüber denjenigen, die in einer dualen Ausbildung beschäftigt seien und von ihren Betrieben bezahlt werden, sagte Wulf am Donnerstag. 

Die CDU-Politikerin betonte hingegen, dass es sinnvoll wäre, in die dualisierte Erzieherausbildung einzusteigen und den Auszubildenden so eine faire Bezahlung zu garantieren. Dies würde auch zu einer stärkeren Verzahnung von Ausbildung und Praxis führen. Erfolgreich praktizierte Modelle für Quereinsteiger beim Kita-Personal zeigten, dass dieser Weg der richtige sei.

Von Michael B. Berger

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