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Niedersachsen Deutschkurse gefragt - doch Lehrer fehlen
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19:54 27.01.2016
Mehr als 5800 Flüchtlinge absolvieren derzeit einen Sprachkurs des Landes. Quelle: dpa
Hannover

Das sagte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). „Das ist im Moment der eigentliche Flaschenhals.“

Das Ministerium plane deshalb weitere Fortbildungsangebote. Auch auf die wachsende Zahl an Klagen von Lehrern, die als Honorarkräfte unterrichten, aber unter prekären, schlecht bezahlten Arbeitsbedingungen leiden, will das Land reagieren. „Wir werden mit den Einrichtungen noch mal sprechen müssen, dass sie die Konsequenzen ziehen und die Kräfte fest anstellen“, so Heinen-Kljajic.

Mehr als 5800 erwachsene Flüchtlinge absolvieren derzeit in Niedersachsen einen Sprachkurs des Landes. „Bis zum Ende des ersten Quartals 2016 werden wir 13 500 Menschen mit einem Kurs erreicht haben“, so die Ministerin. Von den insgesamt 685 Kursen hätten 293 bereits begonnen, die weiteren befinden sich in Vorbereitung und würden in Kürze starten.

2015 seien durch das Ministerium landesweit rund 700 Sprachkurse angeboten worden. Die Erfahrungen mit den Sprachkursen seien „durchweg positiv“, betonte Heinen-Kljajic. Eine hohe Nachfrage verzeichnet auch das auf hoch qualifizierte Flüchtlinge zugeschnittene Angebot zur Vorbereitung auf ein Hochschulstudium.

Generell zeige sich in den Kursen, dass die Flüchtlinge ganz unterschiedliche Bildungsniveaus hätten. Die Wissenschaftsministerin plädierte für eine Versachlichung der Debatte. Weder würden nur Ärzte und Ingenieure nach Niedersachsen kommen, noch stimme das Szenario von lauter ungelernten Kräften oder Analphabeten. So hätten nach groben Schätzungen ein Drittel aller Flüchtlinge einen mittleren Bildungsabschluss und ein weiteres Drittel eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ein Drittel indes hätte überhaupt keinen Schulabschluss, darunter seien auch eine Menge An- alphabeten.

Kritik übte Heinen-Kljajic am Bund. So seien die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angekündigten Kurse wegen bürokratischer Hürden und fehlender Flexibilität ein Problem. „So lange die Integrationskurse des BAMF erst nach der Asylantragsstellung sowie lediglich für Menschen aus vier Herkunftsländern offenstehen und sich die räumlichen und personellen Standards nicht ändern, wird der Bund den Herausforderungen nicht gerecht.“

Von Marco Hadem

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