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Niedersachsen Datenskandal bei Facebook alarmiert Politik und Firmen
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00:28 24.03.2018
ARCHIV - Facebook-Chef Mark Zuckerberg spricht am 04.04.2013 während einer Veranstaltung im Hauptquartier in Menlo Park (USA). (zu dpa «Facebook ließ gezielte Werbung an «Judenhasser» zu» vom 15.09.2017) Foto: Peter Dasilva/EPA FILE/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | zuckerberg Quelle: EPA FILE
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Hannover

Im Skandal um die illegale Weitergabe von privaten Daten haben Politik und Wirtschaft in Niedersachsen das soziale Netzwerk Facebook scharf kritisiert und zur Vorsicht im Umgang mit Daten gemahnt. Die Landesregierung sei durch die Ereignisse beunruhigt, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover. „Dass Facebook einen problematischen Umgang mit Daten hat, war uns immer bewusst.“ Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stelle darum keine privaten Inhalte in den Zugang der Staatskanzlei ein. „Und wir können auch nur davor warnen, dass man das in extenso tut.“

Der Chef der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Volker Müller, warnte vor Datenspionage und forderte die Unternehmen auf, sich besser zu schützen. „Es kann nicht sein, dass Facebook in dieser Art Daten missbraucht“, sagte Müller der HAZ. Es müsse jetzt darum gehen, die Wirtschaft für den Datenschutz im Internet und beim E-Mail-Verkehr zu sensibilisieren. „Zum Teil sind die Unternehmen noch zu wenig risikobewusst“, sagte Müller.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalysefirma Cambridge Analytica die Zugänge von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern angezapft hatte, um im US-Wahlkampf bei Facebook gezielt Anhänger des heutigen Präsidenten Donald Trump zu mobilisieren. Facebook sieht sich als Opfer eines Betrugs. Der Kurs der Facebook-Aktie ist inzwischen drastisch eingebrochen, US-Anleger haben den Konzern nach hohen Verlusten wegen „irreführender Aussagen“ zur Firmenpolitik verklagt.

Der Fall mache deutlich, „dass die Bürger sorgsamer mit Daten sein müssen“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Datenschutzbeauftragten, Jens Thurow, der HAZ. Die Dimension sei enorm, die Auswirkungen seien noch nicht absehbar. Thurow verwies darauf, dass die neue Datenschutzverordnung der Europäischen Union, die im Mai dieses Jahres in Kraft tritt, ein härteres Vorgehen gegen Datendiebstahl ermöglichen soll. Dann drohen Unternehmen Strafen in Millionenhöhe. „Bisher sind uns die Hände gebunden.“

„Der millionenfache Datenmissbrauch ist ein Schlag in das Gesicht der Nutzer, die Facebook ihre Daten anvertraut haben“, kritisierte der CDU-Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, Dirk Toepffer. „Gerade ein Unternehmen wie Facebook muss sich an geltende Rechte und Gesetze halten.“ Solche Geschäftspraktiken seien eine „Gefahr für unsere offene Gesellschaft“. 

Am Mittwoch wurde auch bekannt, dass die Landesregierung die interne Nutzung des Kurznachrichtendienstes Whatsapp, der zu Facebook gehört, untersagt hat. „Auf rein dienstlichen Geräten dürfen nicht zugelassene Messenger nicht genutzt werden“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Philipp Wedelich.

Von Marco Seng

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