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Niedersachsen Bekommt Niedersachsen dauerhaft weiteren Feiertag?
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11:30 28.10.2017
Von Michael B. Berger
Der Reformationstag könnte bald dauerhaft frei sein in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Weil und Althusmann reden  derzeit über die Bildung einer Großen Koalition in Niedersachsen. Beide wollen das Feiertagsthema zum Gegenstand der Verhandlungen machen. Weil sagte der HAZ: „Ich plädiere sehr dafür, dass wir den Reformationstag nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern dauerhaft zu einem Feiertag machen. Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Menschen den Tag nutzen zum interreligiösen Dialog.“

Der Reformationstag ist in diesem Jahr anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation einmalig in ganz Deutschland zum Feiertag erklärt worden. In mehreren Bundesländern gibt es Bestrebungen, ihn dauerhaft zum Feiertag zu erklären. Die Diskussion über einen weiteren Feiertag werde sicherlich Gegenstand von Koalitionsvereinbarungen in Niedersachsen werden, sagte Weil. „Wir wollen diese Frage aber auch über Parteigrenzen hinweg mit den im Landtag vertretenen Parteien und mit den Religionsgemeinschaften besprechen.“

CDU hält auch Buß- und Bettag für möglich

Althusmann sagte der HAZ, er hoffe sehr, dass man mit den Kirchen und der Wirtschaft zu einem Gespräch über die Feiertagssituation kommen könne. Denn dass Niedersachsen im Vergleich mit süddeutschen Ländern sehr wenig Feiertage habe, sei offensichtlich. Niedersachsen hat derzeit neun gesetzliche Feiertage, Bayern in einigen Regionen hingegen 13. Auch der bisherige Chef der CDU-Fraktion im Landtag, Björn Thümler, befürwortet einen weiteren Feiertag. „Es muss sich aber nicht um den Reformationstag handeln. Anbieten würde sich auch der Buß- und Bettag, früher ein staatlicher und gesetzlicher Feiertag.“

Die FDP will laut Fraktionschef Stefan Birkner überhaupt keinen neuen Feiertag in Niedersachsen. „Wenn etwa der Reformationstag ein bedeutender Tag für Protestanten ist, braucht man ihn noch lange nicht zum gesetzlichen Feiertag zu erklären.“ Die gesamte Feiertagsdiskussion werde zulasten der Wirtschaft geführt. So sieht es auch Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen. Ein weiterer Feiertag würde allein die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie mehr als 80 Millionen Euro kosten.

Demgegenüber wünschen sich Grünen-Fraktionschefin Anja Piel wie auch DGB-Chef Hartmut Tölle einen Feiertag mehr. „Man muss auch mal entschleunigen“, sagt Tölle. „Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus Familie und Freunden“, sagte Piel. Doch statt des Reformationstages böte sich ein Europatag an. Für Michael Fürst von den Jüdischen Gemeinden ist der Reformationstag „völlig ungeeignet“ - schon wegen des Antijudaismus von Martin Luther.

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