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Niedersachsen AfD fürchtet neue interne Machtkämpfe durch Pegasus
Nachrichten Politik Niedersachsen AfD fürchtet neue interne Machtkämpfe durch Pegasus
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00:18 03.09.2018
Sorgt für Wirbel: Björn Höcke, den viele für die treibende Kraft hinter Pegasus halten, sagte einen für den 7. September geplanten Auftritt in Isernhagen ab. Quelle: dpa
Hannover

Sie nennen sich Pegasus – nach dem geflügelten Pferd in der griechischen Mythologie – und haben sich den Patriotismus auf die Fahnen geschrieben: Eine erst vor wenigen Wochen gegründet Splittergruppe sorgt in der niedersächsischen AfD für Wirbel. Gemäßigte AfD-Mitglieder fürchten, die Rechtsaußen wollten den Landesvorstand stürzen und selbst die Macht in der Partei übernehmen.

„Pegasus hat uns überrascht“, sagt AfD-Fraktionschefin Dana Guth, seit April Parteichefin des zerstrittenen Landesverbandes. „Wir haben durch Zufall über Facebook davon erfahren.“ Pegasus trat zum ersten Mal am 9. August in Erscheinung: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff erklärte den Parteifreunden an diesem Tag auf Facebook: „Pegasus ist eine politische Interessengemeinschaft wertkonservativer Patrioten in Niedersachsen.“ Der Zusammenschluss ziele auf Heimat, Werte und Tradition, stelle das Deutsche in den Mittelpunkt. Hinter Friedhoff stehen angeblich mehrere Kreisverbände.

Nur einen Tag später meldeten sich die Gemäßigten in der AfD in einem offenen Brief zu Wort. Die sogenannte Alternative Mitte vermutet in dem Schreiben, dass Pegasus ein niedersächsischer Ableger des vom umstrittenen Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke geführten nationalkonservativen Flügels der Partei sei. Pegasus, so die Alternative Mitte weiter, sei ein Versuch, den Landesverband zu spalten – sie ruft zum Widerstand auf.

Streit um Höcke-Auftritt

Ob Höcke tatsächlich hinter Pegasus steckt, ist nicht ganz klar. Zumindest hat die neue Initiative ihn sofort eingeladen. Der AfD-Rechtsaußen sollte am 7. September in Isernhagen bei einem politischen Oktoberfest der AfD reden. Pegasus warb im Internet für den Auftritt. Angeblich wurden bereits 350 Karten verkauft. Inzwischen hat Höcke allerdings abgesagt, die Veranstaltung wurde nach Diepholz verlegt.

Jetzt schießt Pegasus wieder scharf. Höcke habe auf Drängen des Landesvorstands seine Teilnahme abgesagt, heißt es auf Facebook. Der Vorstand wolle die Basisdemokratie in der AfD zerstören. Die Alternative Mitte habe Lügen über Pegasus verbreitet und versucht, Höcke und Friedhoff ins völkisch-nationale Lager zu rücken. Dana Guth macht kein Geheimnis daraus, dass sie mit Höcke geredet hat. Von Druck sagt sie nichts. Stattdessen spricht sie von der Gepflogenheit in der Partei, dass der Landesvorstand über Gastredner unterrichtet werden muss. „Wir als Landesvorstand sind gerne bereit, Höcke einzuladen. Wenn er hier reden möchte.“ Da Pegasus nur aus einer Hand voll Leuten bestehe, sei sie „relativ unbesorgt“. Landesvize Klaus Wichmann hält eine weitere konservative Vereinigung in der AfD schlichtweg für überflüssig. „Wir haben einen rechten Flügel.“

Doch der kurze Frieden im Landesverband nach dem Landesparteitag in Braunschweig scheint vorbei zu sein. Im Januar erst war der Vorstand unter dem umstrittenen Bundestagsabgeordneten Armin-Paul Hampel abgesetzt worden – wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten und Hampels Führungsstil. Im April wurde der neue Vorstand mit Guth an der Spitze gewählt. Den gemäßigten Rechtskonservativen waren damals auch Hampels Kontakte zu Höcke suspekt. Sie fürchteten ein Abrutschen des Landesverbandes in die völkisch-nationalistische Ecke. Ex-Parteichef Hampel bestreitet nun, etwas mit Pegasus zu tun zu haben. An der Gründung sei er nicht beteiligt gewesen. Er wäre aber gerne zur Veranstaltung mit Höcke gekommen, erklärt er.

Pegasus-Mann Friedhoff, der in Braunschweig für den Landesvorsitz kandidiert und gegen Guth verloren hatte, betont unterdessen, seine Organisation sei keine Gegenbewegung. Man wolle nicht intern kämpfen, sondern gegen den politischen Gegner.

Von Marco Seng

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