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Niedersachsen Ärztekammer fordert 250 zusätzliche Studienplätze
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00:20 26.08.2018
Ein junger Hausarzt unterwegs im ländlichen Raum: Die Regierung streitet über eine Landarztquote. Quelle: picture alliance / imageBROKER
Hannover

Die Ärzteschaft in Niedersachsen fordert angesichts des Landärztemangels mehr Studienplätze für Mediziner. Es sei dringend notwendig, in Niedersachsen mehr Ärzte auszubilden, sagte Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker am Donnerstag in Hannover. „Um die Situation kurzfristig zu entspannen, müssen jetzt sofort mindestens 250 Studienplätze neu geschaffen werden.“

Auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, sieht die Politik in der Pflicht. Es dürfe nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. „Es dauert zwölf Jahre, bis die heutigen Studienanfänger als fertige Ärztinnen und Ärzte in der Praxis stehen“, erklärte Barjenbruch.

Nach Angaben der KVN sind derzeit 7,2 Prozent der Hausarztsitze frei - von den rund 5035 Stellen sind rund 365 nicht besetzt. Das bedeutet eine leichte Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr - damals fehlten 330 Hausärzte. Da die Ärzte ein relativ hohes Durchschnittsalter haben (54,1 Jahre), geben immer mehr Mediziner ihre Praxen auf und finden keinen Nachfolger. Dennoch sehen Experten derzeit keine Unterversorgung. Davon spricht man, wenn der Versorgungsgrad in einem Planungsbereich unter 75 Prozent fällt. Zu den Sorgenkindern in Niedersachsen gehören der Landkreis Cuxhaven (78,5 Prozent) und das Braunschweiger Umland (80,2 Prozent).

Die rot-schwarze Landesregierung hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Anzahl der Medizinstudienplätze um bis zu 200 zusätzliche in Niedersachsen erhöht werden soll: 60 in Göttingen und 140 in Oldenburg. Die Koalitionsfraktionen brachten am Donnerstag einen Antrag in den Landtag ein, um die hausärztliche Versorgung flächendeckend sicherzustellen. Als Maßnahmen werden darin neben dem Ausbau der Studienplätze eine stärkere Zusammenarbeit mit den Kliniken in der Fläche und Anreize für die Tätigkeit als Hausarzt im ländlichen Raum genannt.

In den nächsten 10 Jahren würden mehr als 1000 weitere Hausarztstellen altersbedingt frei werden, sagte der SPD-Abgeordnete Uwe Schwarz. „Wenn wir also heute nicht handeln, steuern wir im ländlichen Raum sehenden Auges auf einen Versorgungsnotstand zu.“ Der CDU-Abgeordnete Burkhard Jasper betonte, dass man die Sorgen bei der Ärzteversorgung ernst nehme. Wir wollen nicht den Mangel verwalten, sondern ausreichend Mediziner ausbilden.“ FDP und Grüne unterstützen den Antrag. Die AfD erklärte, damit werde man keinen Arzt aufs Land locken.

„Unser Ziel bleibt es, eine möglichst wohnortnahe und bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung für alle Bürger zu gewährleisten“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Die Landesregierung plane Förderprogramme für Landärzte und den Ausbau der Telemedizin. Auch Umsatzgarantien für Praxen im ländlichen Raum seien eine Möglichkeit.

Uneinig ist die Koalition indes weiter über ein Landarztquote. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte im Wahlkampf angeregt, zehn Prozent der Medizinstudenten zum Landarzteinsatz zu verpflichten. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sperrt sich dagegen, weil er die Landarztquote für verfassungsrechtlich bedenklich hält. Weil will jetzt zunächst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

In der Debatte am Donnerstag betonte der SPD-Politiker Schwarz, dass sich die Frage jetzt stelle und nicht in 10 Jahren. „Die Landarztquote ist kein Allheilmittel, aber sie kann ein wichtiger Baustein sein, wenn es um die zukünftige Versorgung geht.“ Die Frage nach der Einführung einer Landarztquote stelle sich erst, wenn die geplante Maßnahmen nicht ausreichten, erklärte dagegen CDU-Mann Jasper. Auch der Städte- und Gemeindebund fordert weiterhin die Einführung einer verbindlichen Landarztquote.

Von Marco Seng

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